4 Gründe und einige Gedanken warum Du bloggen und nicht nur twittern sollst

4 Gründe und einige Gedanken warum Du bloggen und nicht nur twittern sollst

Warum braucht man eigentlich Gründe fürs bloggen? Vielleicht wegen des Hypes um Twitter und MicroBlogging? Twitter ist ja ein Microblogging-Dienst, eigentlich das SMS des Internets. Daher ist es einfach, schnell und hat in den letzten Jahren und Monaten eine riesige Popularität erreicht. Twitter ist schnell installiert, einfach auf twitter.com gehen, registrieren und loslegen. Es ist einfach Links und einzufügen und Ideen zu verbreiten. Es ist schnell und wird immer stabiler.

Aber wenn Du wirklich Ideen, Unterlagen, Meinungen oder Wissen transportieren willst, musst Du schon einen Blog oder eine webSite bemühen. Natürlich ist bloggen fast das Gegenteil von twittern. Zuerst musst Du den Blog installieren, ein Design aufbauen und dann für die Posts recherchieren und sie auch noch schreiben. Danach musst Du den Blog auch noch pflegen und die Kommentare beantworten. Sicher Twitter ist ein interessanter und manchmal auch nützlicher Dienst, aber um etwas Dauerhaftes und wirklich Populäres zu erstellen, braucht man einen Blog.

Nutzt Du nur Twitter und hast keinen eigenen Blog? Dann fehlt Dir etwas Wesentliches. Ich nutze zum Beispiel Twitter als Ergänzung zu meinem Blog, um z. B. Posts bekannt zu machen, oder auch schnelle Meldungen zwischen meinen Bekannten, Freunden, … hin und her zu senden. Für private Nachrichten gibt es ja noch Skype oder ICQ.

1. Es ist DEIN Blog!

In Deinem Blog hast Du die volle Kontrolle. Wie oft ist es Dir bei Twitter schon passiert, das “unvorhergesehene” Wartungsarbeiten durchgeführt wurden? Mir ist das schon desöfteren untergekommen. Bei Deinem Blog legst du fest, wann diese Wartungsarbeiten durchgeführt werden.

Wer liest schon Deine Posts? Diese Frage kannst Du dir durch eine Analyse der Zugriffe, entweder mit Google Analytics, awStats, oder anderen Analyse Tools, selbst beantworten und herausfinden. Aber bei Twitter musst Du Glück haben. Entweder Du erhältst eine Antwort auf Deinen Tweet oder wenn Du sehr viel Glück hast, sogar einen reTweet. Aber wie viele Deine Nachricht gelesen haben, kriegst Du nie heraus. Versuche einfach mal eine Frage in Twitter zu stellen und schau wie viele Antworten Du bekommst. Du wirst überrascht sein, bei dem Resultat.

Dein Blog kostet Geld. Ja, das ist schon richtig, aber Du weißt von vornherein wie viel und diese Beträge werden, sich auch nur minimal ändern. Aber wie sieht es bei Twitter oder einem anderen Netzwerk aus? Was passiert wenn Twitter die Tweets auf 70 Zeichen beschränkt und nur mehr zahlende Benutzer die 140 Zeichen ausnützen können? Du bist dem vollkommen ausgeliefert und kannst absolut nichts dagegen machen. Außer vielleicht den Dienst nicht mehr benutzen, aber dann ist Dein mühsam aufgebautes Netzwerk auch weg.

Du bestimmst was Dein Blog kann. Mit PlugIns und anderen Erweiterungen kannst Du festlegen welche Dienste und Services Du in Deinem Blog anbietest. Du kannst es erweitern oder einschränken. Bei Twitter kannst Du beispielsweise die Darstellung einer URL nur schwer steuern. Wenn Du mit dem webClient arbeitest geht es fast gar nicht, mit einem externen Tool wie TweetDeck geht es schon etwas leichter. Aber wie man beim letzten Twitter-Update gesehen hat, sogar bei einer Änderung es Benutzerinterfaces ist man ausgeliefert. Aber wenn Du dir eine neue Funktion in Deinem Blog wünschst installierst oder aktivierst Du sie einfach. Bei einem externen Netzwerk wartest Du bis der Betreiber es vielleicht irgendwann möglich macht. Oder wie ist das mit dem reTweet-Knopf?

Du bestimmst wie Dein Blog aussieht. Durch die Möglichkeit Templates bei den meisten Blog-Systemen zu verwenden, ist es einfach das Aussehen Deines Blogs zu verändern. Du kannst auch Dein eigenes Template entwerfen und bist keinen Grenzen und Regeln von Dritten unterworfen. Du hast mit einem Blog also die volle Flexibilität wie Du dein Layout gestaltest. Hast Du schon mal probiert das Aussehen der Twitter-Seite anzupassen?

2. Bloggen ist etwas Dauerhaftes!

Twittern ist für den Moment! Wenn Du einen Tweet schreibst ist dieser nur für den Moment oder ein paar Sekunden relevant. Kurz nach dem versenden geht Deine Meldung bereits im Rauschen der Nachrichtenflut unter. Du kannst in zwar über die Suchfunktion wieder finden, aber sei zu Dir selbst ehrlich: Wie oft benutzt Du die Suchfunktion von Twitter.

Deine Posts sind für die Ewigkeit. Nein natürlich nicht, aber gegenüber von Twitter hält ein Post, ein Eintrag im Blog schon eine Ewigkeit. Mein erster Post liegt jetzt schon 18 Monate zurück und er ist noch immer verfügbar. Mein erster Tweet liegt erst ca. 8 Wochen zurück und ihn zu finden ist ein K(r)ampf. Auch heute werden “alte” Artikel von mir gelesen und auch kommentiert oder verlinkt. Aber der Tweet von gestern ist schon vergessen. Auch ich verwende immer wieder alte Posts von mir selbst und auch die darin enthaltenen Links. Es ist wirklich so etwas wie eine ausgelagerte Link- und Gedankenliste.

Jeder Post in Deinem Blog macht ihn wertvoller. Es ist wirklich so, mit jeder weiteren Veröffentlichung wird Dein Blog interessanter, bekannter und wertvoller. Aber bei Twitter ist es eher umgekehrt. Wenn Du zuviel zwitscherst, wirst Du ignoriert und wenn es zuwenig ist, nimmt Dich niemand war. Noch dazu ist bei Twitter ein Grundrauschen an Informationen eingebaut, welche niemanden wirklich interessieren. Oder ist es Dir wichtig, dass gerade die Katze über irgendjemands Tastatur läuft? Bei Deinem Blog gibt es dieses Rauschen nicht. Denn Du entscheidest welche Informationen zu sehen sind.

3. Bloggen ist Lesen, Twittern ist schreiben!

Bloggen ist für einen Selbst! Ein Blogpost ist oft mehr für den Schreiber wichtig. Er drückt seine Gedanken aus oder schreibt Informationen kurz und prägnant zusammen und stellt diese auf seinen Blog. Einige Blogger nutzen dies als externen Speicher für Informationen, andere um sich einfach etwas von der Seele zu schreiben. Wenn sich dann noch Kommentare und Diskussionen daraus ergeben: Um so besser.

Tweets sind für die Anderen! Genauso ist es, man schreibt einen Tweet um die anderen zu informieren. Aber das macht jeder Twitteraner so. Daher hat man als Resultat einen Schreibkanal, aber keinen Lesekanal. Jeder schreibt einfach, was einem in den Sinn kommt, aber niemand hat die Zeit zu lesen, geschweige denn zu antworten. Meistens wird nur nach Tweets mit Links Ausschau gehalten um nur ja keine webSite zu verpassen.

Twitter ist die Hintertür ins Web! Schau mal bei Twitter nach, wie viele Tweets einen Link enthalten. Wahrscheinlich sind es rund 70%. Daher kann man es wirklich als Eingang ins Web definieren. Man kann in den 140 Zeichen nicht alles ausdrücken und braucht mehr. Daher auch einfach einen Link auf die ganze Information setzen/senden.

Die meisten suchen nur das nächsten Link! Die meisten Twitteraner suchen nur nach einem großartigen Link, denn sie zwitschern können. Diese Links sind aber meistens Blogs. Warum willst nicht Du dieser Super-Link sein. Dazu musst Du also einen Blog betreiben.

Ein SMS an viele Leser! Genau das ist Twitter und zusätzlich noch auf 140 Zeichen beschränkt. Hast Du schon einmal versucht eine wichtige und umfassende Information auf 140 Zeichen zu komprimieren. Sicher es kann schon klappen. Aber um wirklich gute und vollständige Informationen zu transportieren braucht es mehr als die paar Zeichen. Und Twitter ist wie SMS: Schnell, kurzlebig, unpersönlich. Man kann mit dieser Web-SMS nur sehr viele Benutzer erreichen, ob es aber alle wirklich Betroffenen erreicht, steht auf einem anderen Blatt.

Links in Blogs werden genutzt! Die meisten Links in einem Blog-Post werden angeklickt. Denn dies ja der Sinn: Eigene Gedanken zusammen zu fassen und sie mit weiterführenden Informationen (als Hyperlinks) zu ergänzen. Die Vernetzung der Blogosphäre ist ja eine der Säulen erfolgreicher und guter Blogs. Ein Link in einem Tweet wird nicht immer angeklickt, denn oft wird der Tweet einfach übersehen.

4. Ein Blog ist miteinander, Twitter ist nebeneinander!

Ein Blog lebt von der Interaktion. Autoren und Leser nehmen bei einem Blog Kontakt mit einander auf und beeinflussen sich gegenseitig. Der Autor gibt etwas von sich (Wissen, Emotionen oder Gedanken) her und die Benutzer kommentieren, verlinken oder verwenden es in eigenen Posts wieder. Bei Twitter ist dies genau das Gegenteil: Man schreibt seine 140 Zeichen und vorbei ist es.

Blogs kommunizieren auf vielen Wegen. Ein Blog hat viele Berührungspunkte mit seinen Lesern. Der einfachste ist das Web, wo die Artikel im Browser abgerufen werden. Danach sind es die Kommentare, welche den Lesern erlauben, sich zu dem Artikel nachhaltig zu äußern. Dann gibt es die eMails, viele Leser schreiben ein eMail an den Autor um weitere Informationen zu erhalten, Tipps zu geben oder auch Fehler auf zu zeigen. Auch RSS ist ein Kommunikationsweg. In meinem Blog habe ich oft Tage, an denen mehr Feed-Leser die Artikel lesen, als web-User. Es gibt noch unzählige weitere Kommunikationswege und -varianten, bei Twitter gibt es nur ein.

5. Fazit

Natürlich verteufle ich Twitter nicht, aber ich liebe es auch nicht. Es ist trotzdem ein großartiger Service, wenn man ihn richtig einsetzt. Auch ich benutze Twitter und war am Anfang sicher sehr enthusiastisch. Aber mit der Zeit muss Ruhe einkehren und man sollte sich wieder den nachhaltigen Diensten widmen. Nur weil die “Early Adopters” weiterziehen sich vom Blog abwenden, bedeutet es nicht, dass es vorbei ist.

Die meisten erkennen nach kurzer Zeit: Twitter ist ein Zeitfresser. Es kostet einfach viel Zeit den Tweets zu folgen. Man will ja nichts wichtiges verpassen. Man schielt immer mit einem Auge auf Twitter und liest mit. Die Konzentration auf das Wesentliche geht verloren. Bei einem Blog hat man Zeit und Ruhe. Man recherchiert den Post oder schreibt einfach auf was einem Wichtig erscheint. Man bestimmt selbst, wann man in seinem Blog etwas schreibt, ergänzt oder verbessert und nicht die Twittergemeinde.

Generell ergänzen sich die beiden Dienste sehr gut, aber alles für seinen Zweck. Man sieht bei Twitter genau das, was bei Blogs vor Jahren passiert ist. Die Karawane kommt an und benutzt es. Es wird ein riesiger Hype darum veranstaltet. Wenn die erste Euphorie vorbei ist, bleiben entweder ein paar User über und der Dienst stirbt. Oder der Dienst wird wirklich professionell genutzt. Schau einfach mal in den Statistiken nach, wieviele Blogs es gibt, die in den letzten 6 Monaten nicht eine Veröffentlichung hatten. Genau das sind die, welche aus der Zeit des Blog-Hypes übergeblieben sind.

weiterführende Links:

Es wurden 4 Kommentare zu diesem Beitrag geschrieben.

  • Markus

    “Ein Blog ist miteinander, Twitter ist nebeneinander?” Also, so herzliche Diskussionen wie im Twitter der vergangenen Tage habe ich schon lange nicht mehr auf einem Blog gesehen. Ich kann Blogbeiträge schreiben, die niemand liest und die niemanden interessieren, genauso kann ich auf Twitter ganze Wellen lostreten. – Ich glaube, der Punkt ist falsch.

  • Roland Kopp-Wichmann

    Beide Formen lassen sich nicht vergleichen, ergänzen sich aber. Ein Blog ist wie ein Zeitungsartikel. Twitter liefert nur die Überschrift.
    Zum Aufmerksammachen auf Blogbeiträge ist Twitter ideal. Auch um Fragen zu stellen oder Infos einzuholen. Und um neue interessante Leute kennenzulernen. Denn wer twittert, ist mit Sicherheit up to date.

  • Julia Stern

    Interessanter Artikel. Ich twitter zwar auch sehr gerne, meinen Blog würde ich aber nie mit Twitter ersetzen wollen (ist einfach nochmal etwas komplett anderes).

    Grüße
    Julia

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