Pecha Kucha Volume 28 in Salzburg - Guru 2.0
Pecha Kucha Volume 28 in Salzburg

Pecha Kucha Volume 28 in Salzburg

Schloss Leopoldskron in Salzburg mit Festung im Hintergrund, Bild: microble.eu

Schloss Leopoldskron in Salzburg mit Festung im Hintergrund, Bild: microble.eu

Letzten Donnerstag, am 25. Februar, war die 28. Pecha Kucha Nacht in Salzburg. Eigentlich eine sehr inspirierende Veranstaltung, besonders im(nicht immer) verstaubten Salzburg. Aber auch schwierige Abende sollen Platz haben.
Was ist den eigentlich dieses Pecha Kucha?

20 x 20 oder Pecha Kucha

Wie spricht man Pecha Kucha aus? Eine Erklärung von Bernhard Jenny. Bild: microble.eu

Wie spricht man Pecha Kucha aus? Eine Erklärung von Bernhard Jenny. Bild: microble.eu

Es gibt nur eine Regel 20 Bilder und pro Bild 20 Sekunden Zeit. Damit hat jede(r) genau 400 Sekunden Zeit sein Thema unter die Leute zu bringen. Eigentlich sollte zu den Folien/Bildern gesprochen werden. Aber manche halten sich nicht so ganz daran.
Aber es gibt keine Einschränkung bei den Themen. Eigentlich kann alles präsentiert werden, so lange es sich im rechtlichen Rahmen bewegt. Das geht von Architektur, Design, Reiseerlebnisse, Fotos, das eigene Unternehmen, die Diplomarbeit oder auch einen Reiskocher.

Und wer hat’s erfunden?

Pecha Kucha kommt aus Japan und wurde 2003 von Astrid Klein und Mark Dytham in ihrem Architekturbüro erfunden. Sie hatten einfach genug von endlosen Präsentationen und stellten diese einfache Regel auf. Durch den großen Erfolg machten sie daraus ein Eventformat welches bis heute in mehr als 850 Städten organisiert wird.

Wie läuft es in Salzburg ab?

Seit dem 24. Juni 2009 gibt es 20×20 auch in Salzburg, organisiert von der Agentur jennycolombo. Ich selber bin eigentlich von Anfang an als Besucher dabei. Nicht jede Veranstaltung aber immer wenn ich am Donnerstag Abend Zeit habe. Das ist auch einer der ersten Fixpunkte: Es ist immer ein Donnerstag und auch der Ort ist immer fix: Es ist die ARGEKultur in Salzburg. Und der dritte Fixstern und absolute Besonderheit ist das John Bruno Quartet.

Das Quartet (manchmal nur ein Duo oder Trio, oft in wechselnder Besetzung) unterhält am Anfang und Ende mit Live-Musik. Und nach jedem Vortrag wird für etwa eine Minute ein passender Song zum Vortrag angespielt.

Wie war es dieses Mal?

Vortragende der #28 Pecha Kucha Night in Salzburg, Bild: microble.eu

Vortragende der #28 Pecha Kucha Night in Salzburg, Bild: microble.eu

Ich habe ja schon über die letzte Ausgabe, Pecha Kucha Vol. 27, berichtet. Und hätte mich auch wieder auf einen unterhaltsamen Abend gefreut. Aber Bernhard hatte schon am Anfang gesagt, dass sich ein Schwerpunkt ergeben hat, der vom Organisationsteam nicht gesteuert war.

Klar wir in Salzburg sind von der europäischen Flüchtlingsdebatte, als Grenzstadt und Einreisestadt nach Deutschland, schon stärker betroffen, als manch anderer Ort. Und das dieses Thema viele Menschen beschäftigt und bei uns gerade sehr wichtig und kontrovers diskutiert wird verstehe ich auch. Und das es sehr wichtig ist, dafür eine menschliche und dauerhafte Lösung zu finden ist auch klar. Über all dieses Dinge brauchen wir eigentlich nicht reden. Aber der Schwerpunkt “Krise & Asylanten & Flüchtlinge” bei der Vol. 28 war schon sehr markant. Und für mich persönlich schwer zu verdauen. Ich hatte mir eigentlich anderes erwartet.

Mir ist schon klar, dass es schwierig ist, alle drei Monate 8 bis 14 Vortragende zu finden. Ich nehme es mir jedes Mal vor und dann schaffe ich es wieder nicht. Aber für Juni versuche ich es ernsthaft. Und das Bernhard für jeden Vortrag dankbar ist, ist mir auch klar.

Ein Vortrag zum Schwerpunkt der Pecha Kucha #28 in Salzburg, Bild: microble.eu

Ein Vortrag zum Schwerpunkt der Pecha Kucha #28 in Salzburg, Bild: microble.eu

Aber dieses Mal übe ich Kritik. Denn schon bei der letzten Veranstaltung wurde die 20×20-Regel aufgeweicht. Da gab es eindeutig Vorträge, welche mehr als 20 Bild verwendetet. Und dieses Mal hatten wir eine Video-Einspielung. Einfach nicht passend für das Format. Klar, Bernhard, meinte Regeln (20×20) sind dazu da um gebrochen zu werden. Das kommt mir manchmal aber auch wie eine Ausrede vor: Ich weiß es ist falsch, was ich mache, aber ich brauche halt eine Rechtfertigung.

Ja man muss nicht immer eisern an allen Vorgaben festhalten. Aber in diesem Fall bin ich anderer Meinung. Da das Eventformat gerade wegen der langatmigen Präsentationen geschaffen wurde, konterkariert dieser Regelbruch genau die Veranstaltung. Mein Empfinden war eher: Jetzt habe ich mal 200 Leute da und die müssen das sehen. Nicht sehr cool, sondern eher nach dem Motto “Das wird man doch noch sagen dürfen…“.
Ach ja und es wurde gebeten keine Namen und Thema des Videos online zu nennen. Darum auch das retuschierte Foto. (Absolut nicht mein Stil!) Und ich gehe davon aus, dass wenn das Video elektronisch übertragen wurde, genug Nachrichtendienste und staatliche Organisationen jetzt eine Kopie davon haben.

Für den zweiten Punkt kann Bernhard aber nichts. Ich habe mich nur über das Verhalten von etwa 20 BesucherInnen gewundert. Kaum war der Vortrag ihres “Lieblings” vorbei, sind sie unisono aufgestanden und gegangen. Für mich ein absolutes No-Go. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Fazit

Die Dabbawallahs in Bombay, ein perfekter Lieferservice bei der Pecha Kucha #28 in Salzburg, Bild: microble.eu

Die Dabbawallahs in Bombay, ein perfekter Lieferservice bei der Pecha Kucha #28 in Salzburg, Bild: microble.eu

Coole Vorträge, denn wer weiß schon was ein Dabbawallah ist? Danke für den Vortrag! Und auch das neue 10-Betten-Haus in Flachau war interessant. Sobald das Café fertig ist, komme ich vorbei.
Aber wenn bei der Vol. 29 im Juni zum dritten Mal ein eigenes Süppchen gekocht wird, denke ich schon nach, ob sich das Eventformat zum positiven in Salzburg verändert. Leider ist es im Moment so, dass doch 20×20 aufgeweicht wird und das kreative Potential verloren geht. Es entwickelt sich, vielleicht nur bei mir, das Gefühl einer Platform um bestimmte Themen “unter das Volk” zu bringen. Finde ich nicht so gut!

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