Ist erfolgreich bloggen Arbeit oder Spass? - Guru 2.0
Ist erfolgreich bloggen Arbeit oder Spass?

Ist erfolgreich bloggen Arbeit oder Spass?

Menschen am Eiffelturm, Paris, Bild: microble.eu

Menschen am Eiffelturm, Paris, Bild: microble.eu

Schon seit geraumer Zeit mache ich mir über diese Frage Gedanken und jetzt schreibe ich auch noch dazu etwas. Denn immer wieder kommt die Frage wieviele Besucher, Hits, Views, … hat dein Blog. Auch die Advertiser wollen das wissen und entsprechend nur bei den großen Blogs Anzeigen schalten. Denn kleinen bleiben die Krümel wie AdSense, bei denen man jeden Tag dann zwischen 1 und 20 Cent verdient. Bis zur Auszahlung der ersten $ 100,- braucht man, bei durchschnittlich 5 Cent per Tag, dann 5,5 Jahre. Also wann ist ein Blog groß und erfolgreich und wie kommt man dorthin? Reicht reines bloggen oder muss man mehr dazu tun? Dazu gibt es schon genug Abhandlungen im Web, daher schaue ich hier von einer anderen Seite darauf.

Warum bloggen?

Es gibt viele Gründe warum man zu bloggen beginnt oder ein eigenes Blog führt.

Bei Unternehmen ist es oft der SEO-Spezialist, der es empfiehlt. Google bewertet ja aktuelle oder oft aktualisierte Seiten höher und besser. Diese Blogs werden oft halbherzig geführt. Alle paar Wochen ein Update, weil was soll man bloggen und ausserdem fühlt sich niemand so richtig zuständig im Namen des Chefs Nachrichten zu schreiben.

Manche Unternehmen führen ein Blog, auch aus Überzeugung. Nicht weil heute jeder eines hat, sondern weil sie es als Markteinginstrument und auch als Mittel zur effektiven Kommunikation sehen. Ein Blog ist eben ein typischer Vertreter des Web 2.0. Jeder ist beteiligt im Mitmachweb und kann veröffentlichen und auch reagieren. Dadurch entsteht eine echte 2-Wege-Kommunikation. Die Unternehmen können auf die Wünsche und Meinungen der Kunden besser reagieren und die Kunden auch mehr in das Unternehmen integrieren.

Freiberufler nutzen es gerne als Portfolio oder als Visitenkarte ihres Könnens. Sie führen das Blog sehr konsequent mit regelmäßigen Updates und oft auch einem begrenzten Themenumfang: Ihre eigene Arbeit. Manche führen das Blog als Möglichkeit ihre Bekanntheit, Reputation oder auch ihre Kompetenz darzustellen bzw. zu verbessern.

Vereine führen ein Blog als webSite. Sie nutzen es um die Aktivitäten und auch das Vereinsleben darzustellen. Denn das System ist einfach und jeder kann es nach kurzer Einarbeitungszeit bedienen. Es ist schnell installiert und auch ein hübsches Design ist im großen, weiten Web schnell gefunden. Damit ist kostengünstig eine Internetpäsenz erstellt.

Bei privaten Blogs sieht es differenzierter aus. Die meisten betreiben ihr Blog aus Spass an der Sache. Sie wollen aber trotzdem Erfolg haben und sehen es als Hobby. Hobbies sollen ja Spass machen und einem selber zufriedenstellen. Warum auch nicht? Die einen sammeln Ü-Eier Figuren, die nächsten Fotos von Autobahnklos, die nächsten gehen joggen und andere bloggen oder twittern. Also kein Problem. Manche Blogs bestehen aus alltäglichen Belanglosigkeiten, andere strotzen vor Fachwissen und die dritten sind einfach nur da, warum auch immer?

Meinungen aus dem Twitterversum:
Anworten im Original auf die Frage: “Warum betreibst Du einen Blog und wieviel Zeit investierst Du?”

  • juliastern
    Ich betreibe meinen Blog mit dem Ziel, anderen die Fotografie näher bringen zu können, Infos zu bieten, etc.
    Zeitlich je nachdem 2-3 Stunden am Tag.
  • kiwifruit_
    weil tagebuch schreiben zu anstrengend is u in einem blog kann man siene gedanken besser sammeln. sag ich als neuling im web2.0
  • pfeifenschneide
    um denjenigen die gewisse inhalte interessieren könnten welche bereitzustellen damit sie sie vielleicht irgendwann interessieren.
    und vorallem: um selbst zu lernen. meinen lernprozess zu dokumentieren und zu teilen.
  • oliverhauser
    wir sind eine neue firma, seit anfang des jahres mit webmarketing unterwegs. sehr spannend.
    pro eintrag 1-3 stunden, danach 1-2 stunden um den post in den social news diensten einzutragen. reicht die info?
  • RichyOmony
    the goal is to take people back to a simple time through retro nostalgia, when I get a thought or flashback memory, I’ll blog it
    anywhere from 20-40 minutes depending on my mood
  • senseidesign
    den Blog schreibe ich hauptsächlich weil ich spaß dran hab Zeit keine ahnung direkt für den Blog so 2-3h täglich
  • stwunder
    Hallo! ich habe derzeit leider gar keine zeit um meinen blog zu betreiben. vlt starte ich für die diplomarbeit wieder damit.
  • webverdiener
    kommt drauf an, mal mehr mal weniger, aber es gibt noch so viel zu tun. Genau kann es dir nicht sagen Sehr unterschiedlich.
    Natürlich will man mit dem was man macht Erfolg haben und es sollen Menschen wie ich leichter haben, geld im internet zu verdienen

Wenn ich mir die Meinungen der Twitterer so anschaue, komme ich zum Schluss, dass es viele wegen dem Spass machen und im Glauben Geld verdienen zu können. Und warum führe ich ein Blog? Einerseits aus ähnlichen Gründen, wie hier genannt: aus Spass, wegen dem Beruf und weil ich ein paar Sachen die sogenannte Gurus und Profis von sich geben widerlegen oder beweisen will. Es ist also auch ein Experiment.

Erfolg mit dem Blog?

Es stellt sich eigentlich die Grundsatzfrage, wann ist ein Blog erfolgreich?

  1. Viele Besucher?
  2. Viele Einnahmen?
  3. Viele Kommentare?
  4. Viele Backlinks?

Ich denke, diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Von mir gibt es dazu keine, denn ich halte nichts davon dies als generell gültige Antwort zu definieren. Für mich selbst ist das Ziel sinnvolle (?) Einnahmen zu erzielen. Wichtig ist auf jeden Fall – falls man nicht einfach aus reinem Spass bloggt – das Ziel SMART (Spezifisch, Messbar, Aktionsorientiert, Realistisch, Terminierbar) zu definieren. Es reicht also nicht: Ich will bekannt sein! Besser ist das Ziel: Ich will am 30. September 100 tägliche Besucher haben und das erreiche ich mit einem Post alle 2 Tage. Meine eigenen Ziel will ich hier nicht bekanntgeben, sonst klappt mein Experiment nicht so wie ich es mir vorstelle. Aber sobald ich darüber Klarheit habe werde ich natürlich einen Post dazu verfassen.

Im Moment ist die Meinung in der Szene dahingehend, dass ein Blog erfolgreich ist wenn man Geld damit verdient. Ich kann mich dem überhaupt nicht anschliesen. Denn gerade ein deutschsprachiger Blog wird nicht die Reichweite erreichen um damit wirklich zu verdienen. Und damit meine ich, dass etwas am Konto überbleibt und man einen Stundenlohn für den Aufwand erreicht der vergleichbar mit anderen Berufsgruppen ist. Wer will schon für 50 Cent die Stunde arbeiten?

Wie ich weiter oben schon festgestellt habe, ist AdSense zwar praktisch, aber bei kleineren Blogs nicht sehr attraktiv. Wenn ich mir meine Reichweite anschaue, und ich denke mit ca. 500 eindeutigen Besuchern per Tag liege ich nicht schlecht, kommen zwischen 5 Cent und $ 2,- im Tag zusammen. Das sind im Monat als rund $ 10,–. Wenn ich mich also darauf beziehe, dürfte ich nicht mehr als 1 Stunde pro Monat investieren und das auch nur wenn ich es als Reingewinn sehe. Natürlich gibt es auch noch Affiliate-Programme (Ihr findet gute Aufstellungen bei netheweb.de) und Amazon, aber auch da kommt wenig bis nichts rüber, denn bei diesen Besucherzahlen ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Lead/Sale zu stande kommt einfach gering.

Aufwand beim Bloggen?

Wenn ich mich so umhöre, auch die Antworten auf meine Twitterfrage betrachte und meine eigene Arbeit analysiere, braucht ein Blogger sicher ein bis zwei Stunden pro Tag um etwas auf die Beine zu stellen. Natürlich gibt es die Blogs, welche bessere Linkverzeichnisse sind oder einfach nur ein Bild von irgendwas bringen oder eine zwei Zeilen irgendwelcher Belanglosigkeiten. Aber ein gut recherchiertet Post oder ein sauberes Tutorial braucht seine Zeit. Unter zwei Stunden für einen ordentlichen Artikel kommt man sicher nicht durch. Und ist der Artikel erst mal publiziert, muss er auch noch promotet werden. Das nimmt sicher auch nochmal 15 bis 30 Minuten in Anspruch. Weiters müssen die Kommentare betreut werden, die PlugIns aktualisiert und ein paar Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Das sind dann nochmals 15 bis 30 Minuten per Tag.

Bei 3 Posts die Woche liegt man als bei rund 15 Stunden in der Woche. Und das für eine Aufwandsentschädigung von $ 10,- im Monat, das sind ja gerade mal 25,- Cent per Stunde.  Also wegen des Geldes darf man es nicht machen. Aber 60 Stunden im Monat kann man schon als Arbeit definieren und nicht mehr als Spass, oder etwa nicht?

Fazit

Wenn man ein Blog ernsthaft betreibt um ein definiertes Ziel zu erreichen ist es – für mich – eine Mischung aus Arbeit und Spass. Natürlich sollten die Dinge die man macht Spass bringen, sonst wird man nur frustriert. Aber auf der anderen Seite ist es reine Arbeit. Man hat einfach eine gewisse Anzahl Leser erreicht und die erwarten nach einer gewissen Zeit einfach einen Post. Daher ist der Druck da, die Leser zufrieden zu stellen, und auch noch gute Qualität zu liefern.

Aber leider muss ich behaupten: Bloggen ist meistens eine brotlose Kunst. Es macht Spass, es ist Arbeit, aber es bringt – bei zu geringer Leserschaft – kein relevantes Einkommen, aber vielleicht Ruhm, Ehre und interessante Kontakte.

weiterführende Links:

Es wurden 8 Kommentare zu diesem Beitrag geschrieben.

  • Sensei

    man kann mit Blogs übrigens schon Geld verdienen. Allerdings dauert das seine Zeit, denn erstmal muss man sich eine Reputation aufbauen und natürlich genügen Traffic bekommen.

    Gerade das mit dem Traffic ist in Deutschland nicht leicht. In den USA gibt es super aufgebaute Bookmarkingservices mit vielen Usern hier in Deutschland werden die meistens eh nur von SEO’s genutzt.

    Auch ist die Anzahl der Internetnutzer die auf der Suche nach einem bestimmten Thema sind wesentlich geringer.

    Es ist also nicht leicht, aber es gibt ja nicht nur AdSense. Diesen Monat komme ich auf über 10$ da bin ich mir sicher.

    @ByteBros man kann AdSense auch in € umstellen und dann wird ab 70€ ausgezahlt.

  • Matze

    Hey, erstmal danke für die Verlinkung =)
    Ob Bloggen mehr Arbeit oder Spaß ist, hängt denke ich mal davon ab, was man für Ziele hat. Wenn man ernsthaft vorhat einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erreichen beziehungsweise seinen Blog als Einkommensquelle zu nutzen, der muss sicherlich einen Batzen Arbeit in den Blog stecken. Denn neben dem Bloggen selbst kommt ja auch noch Promotion, Kommentieren und andere Aktivitäten dazu, was sich anhäufen kann.

    Wer hingegen nur zum Spaß bloggt, bei dem wird wohl der Spaß der Motivationsfaktor Nummer 1 sein. Da hat man dann auch keinen Zwang Artikel zu schreiben, sondern kann komplett nach Lust & Laune bloggen.

    Aber ich denke, dass der Spaß immer vorhanden sein sollte. Denn wenn der weg ist, sollte man sich überlegen, ob man nicht aufhören sollte. Das ist – wie ich finde – generell im Leben so, zum Beispiel auch im Beruf. Man sollte nichts machen, was einen nicht irgendwie erfüllt und glücklich macht!

  • hans

    Hallo es gibt viele nützliche Blogs und auch viele die man nur einmal anschaut.

    Habe für Advertiser eine tolle Offlinewerbung und hoffe auf diesen Wege das ich noch viele Sponsoren bzw. Offlinewerbepartner ins Boot holen kann – nur gemeinsam kann man die Krise meistern.
    Einfach auf die HP schauen und Details abrufen.
    http://abwrackpraemie.de.ki.

    Wünsche weiterhin viel Erfolg.

  • Rainer

    Man sollte es nicht in Arbeit oder Spass unterteilen, sondern es sollte sich in Arbeit die Spaß macht vereinen lassen.

    Bei deinen weiterführenden Links hast du meiner Meinung nach einen ganz wichtigen vergessen:

    http://www.basicthinking.de/blog/2005/10/23/wie-wird-das-eigene-blog-bekannt-update/

    Und wenn ihr noch mehr über den Aufbau eines Internetbusiness wissen wollt, lege ich euch folgenden Artikel ans Herz:

    http://www.hafawo.at/beruf-und-karriere/reich-werden-in-der-wirtschaftskrise-starte-selbstandig-ein-erfolgreiches-internetbusiness/

  • l0ph0nis

    Die einen sammeln Ü-Eier Figuren, die nächsten Fotos von Autobahnklos, die nächsten gehen joggen und andere bloggen oder twittern.

    🙂 Ich hab mich kaum mehr eingekriegt. Guter Artikel!

  • Viktor

    Vielen Dank für den Beitrag.
    Deine Meinung über die Erfolgslosigkeit von deutschen Blogs im Sachen Einnahme, stehe ich kritisch gegenüber. Mir ist zumindest einer bekannt, der Einnahmen über 2000€ monatlich vorweisen kann.
    Ich las einmal, dass in Deutschland oft unter den Bloggern keine gezielten Absichten vorhanden sind, von dem führen von Blogs zu leben.

  • iserverz@onlinegeldschnell.de

    Ich denke das soweit alles richtig ist, nur gibt es auch Mittel und Wege seinen PR zu boosten. Ohne Kosten- oder Zeitaufwand. Ich kann nichts versprechen aber PR 4 + sollte mindestens drin sein !

  • azella der SEO

    Hi,

    ich muss sagen bloggen macht auf jeden Fall Spaß. Wenn man dafür auch noch bezahlt wird, genial!

    Grüße

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