Followers, FaceBook, Blog & Co - Guru 2.0
Followers, FaceBook, Blog & Co

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Ich hatte mich ja über den Sommer aus der Szene verabschiedet. Irgendwie ein komischer Einstieg, aber wie soll man so einen Artikel sonst anfangen. Ich hatt einfach die Schnauze voll und wollte nicht mehr, ist auch nicht viel besser. Aber beides trifft den Kern der Sache. Ich wollte mich wirklich aus der ganzen “Web 2.0 Gemeinschaft” so weit es geht verabschieden. Bei mehreren Gelegenheiten habe ich ja meine Gedanken zum Thema “Erfolg mit dem Blog” geäußert und irgendwann hatte ich dann wirklich genug von den ganzen miesen Kommentaren (die meisten gelöscht), den wilden wortwörtlichen Kopieren von Artikeln (natürlich ohne BackLink) und auch dem riesigen Zeitaufwand für das Ganze.

Ganz recht kam mir in dieser Zeit auch das Angebot ein (oder mehrere) Bücher zu schreiben, dass ich angenommen habe. Und auch andere Dinge die wichtiger wurden oder noch immer sind. Aber warum habe ich dann wieder angefangen mich mit dem Thema zu beschäftigen? Ja, einerseits wegen meinen Lesern, welche mich immer wieder aufgefordert haben weiter zu machen. Die positiven Rückmeldung waren es einfach wert und trösten über die vielen “sinnentleerten” Kommentare hinweg. Andererseits geht es auch nicht mehr ohne. Um in der Arbeitswelt zu bestehen braucht man eben das Web 2.0 und Social Media.

Und warum diese lange Einleitung? Ganz einfach, in letzter Zeit geistern immer wieder Posts und Meldungen durch die Blogosphere, welche sich mit Followern, Freunden und Besucherzahlen beschäftigen. Und das hat mich weiter zum Nachdenken gebracht. Auch ich habe mich bereits in verschiedenen Posts damit beschäftigt. Aber auch Sensei hat vor kurzem mit Du wirst als Blogger nicht reich werden dies sehr gut behandelt. Was mir besonders gut gefällt sind zwei Kernaussagen:

Für mich ist das Bloggen aktuell die Möglichkeit der Blogsphere und meinem Network etwas zurück zu geben. Das große Geld muss halt woanders verdient werden, was allerdings nicht wirklich schlimm ist.

Blogkommentar bei netheweb

Blogkommentar bei netheweb

Und die zweite ist viel treffender: Du darfst im deutschsprachigen Raum kein Geld mit Deiner Leistung verdienen. Ich formuliere es extra als Leistung und nicht als Arbeit. Denn wir bloggen, schreiben, twittern ja meist aus Spass an der Sache. Aber leider ist bei uns halt die “Geiz ist Geil Mentalität” ein Mantra an dem alle hängen. Ich würde es sogar so formulieren: Ich will alles, aber kosten darf es mich nichts! Aber was ich mache ist teuer zu bezahlen. Schaut einfach den (exemplarischen) Kommentar zu diesem Beitrag an, er sagt alles. Ich könnte bei soetwas einfach nur k****en. Warum darf ich kein Geld verdienen? Warum muss ich Mehrwert gratis liefern?

Natürlich geht es noch weiter. Wir tanzen alle um unser Idol herum und bringen im die notwendigen Opfergaben. Welches Idol? Bei Twitter sind es die Follower. Je mehr desto besser. Aber heute unterscheiden wir schon zwischen Followern und organisch gewachsenen Followern. Hä? Die einen (die ersten) sind nicht an Dir interessiert, sondern nur daran das du Ihnen folgst. Die “Organischen”, das sind so zwei bis zehn pro Tag (Woche), sind jene, welche Deine Tweets wirklich lesen. T3N bring das in einem Post (Was bringt es, von Twitter empfohlen zu werden? Viele neue Follower, aber sonst nichts) sehr gut auf den Punkt. Und damit wir ein möglichst große Zahl an followern kriegen, tweeten wir nur noch was die Marketing-Gurus empfehlen. Und wir versuchen auch jedem zu folgen der uns folgt und, und, und. Hauptsache die Zahl überspringt endlich die 1.000er, 10.000er oder Was-Weis-Ich-Marke. Auch dazu gefällt mir ein Kommentar besonders gut.

Ihr habt recht,was nutzen mir tausende Followers die sich für meine Tweets nicht interessieren und nur Ihre Werbung verbreiten wollen.
Selbst der Effekt der eigenen Werbung geht dabei verloren.

Wenn ich nur um der Werbung willen tweete, läuft irgendetwas falsch. Meine Follower kennen mich und wissen was ich mache. Die Blog-Posts zu tweeten ist ok, es wollen ja nicht alle täglich auf den Blog schauen oder FeedReader sind ihnen suspekt. Aber was will ich sonst Werbung machen? Der Effekt verläuft so oder so im Sand! Und die Antworten werden sich im Promille-Bereich bewegen. Daher habe ich seit neuestem eine eigene Strategie, die ich verfolge:

  1. Ich schreibe was MIR sinnvoll erscheint und wichtig ist.
  2. Ich entfolge beinhart alle, die mich mit Werbung zupflastern. Die ersten sind jene mit den Meldung “1.000 Followers in one hour” oder so ähnlic
  3. Mir ist egal wieviele Follower ich habe. Jene welche meine Tweets lesen, wird es interessieren und die anderen hätten sie so oder so nicht gelesen.

Natürlich ist mir auch bei meinem Blog der Besucherschwund aufgefallen. Aber er war nicht so dramatisch, wie ich angenommen habe. Trotz einer mehrwöchigen Abwesenheit sind die Besucherzahlen nur um ca. 20% eingebrochen. Also so schlimm war es nicht. Und seit dem ich wieder schreibe gehen sie rapide wieder hinauf.

Verzweiflung beim Leserschwund

Verzweiflung beim Leserschwund

Daniel vom dlblog hat es irgendwie auch erkant ;-). Aber auch hier gieren wir nach Anerkennung und Erfolg. Da wir ja kein Geld verdienen oder wenn doch, ist es etwas Anrüchiges. Igitt, Geld mit dem Blog verdienen, dass darfst Du nich laut sagen. Ich sage es aber! Ich versuche zumindest meine Serverkosten mit dem Blog und seinen “Nebengeräuschen” zu decken. Und wenn noch der eine oder andere Kaffee übrigbleibt ist es schön. Aber reich werden? Glaube ich nicht. Also was bleibt uns noch als Messlatte des Erfolgs? Klar die Besucherzahlen oder Visits oder Feed-Leser. Auch ich habe oben rechts (schaut mal schnell rauf) diese Zahlen öffentlich stehen. Warum? Klar auch ich freue mich über viele Leser (viel mehr noch über viele Kommentare ;-). Aber werde ich jetzt alles wie beim Post Strategie für den Blogerfolg machen? Nein! Ich habe ein einfaches Fazit für mich gefunden und werde es versuchen durchzuhalten.

  1. Ich schreibe was MIR interessant erscheint!
  2. Ich hoffe auf Interaktion meiner LeserInnen. Dann kann ich schreiben was EUCH interessiert!
  3. Ich poste so oft am Tag wie ich will!
  4. Wenn ich mal nichts zu sagen habe, schreibe ich halt nichts!
  5. Ich mache den ganzen Tanz nicht mehr mit!
    1. Wenn der Erfolg kommt: Hallo ich umarme Dich!
    2. Wenn der Erfolg nicht kommt: Es ist ein schönes Hobby!
@Sensei:

  1. Dein Interview ist fast fertig 😉
  2. Ich mache bei der Blogger-Challenge 2010 mit (nach den oben festgelegten Punkten).
    Meine Ziele:

    1. Ich will 1.000 tägliche Besucher (Messung mit WP-Stats, momentan 350)
    2. Ich will meine monatlichen Serverkosten und wöchentlich einen Kaffee zahlen können. (momentan 10%)

Es wurden 8 Kommentare zu diesem Beitrag geschrieben.

  • Sensei

    Cool, freut mich dass du mit machst und auch das das Interview schon fast soweit ist 🙂

    finde es übrigens beeindrucken, wie viel Zeit du dir für die Zusammenstellung genommen hast und ich hoffe, dass sich auch wirklich jeder die Mühe macht, den Artikel komplett zu lesen.

    Sehe das mit dem Bloggen ähnlich wie du, zumindest auf netheweb.de.

    Ich mache was ich will und was mich interessiert und wenn ich damit Geld verdienen kann freue ich mich, wenn nicht ist es immer noch ein schönes Hobby. Was jetzt genau Erfolg ist, ist eh fraglich. Mein Ziel für dieses Jahr ist es die Besucher auf konstante 500 zu bringen, wo ich allerdings noch einen weiten Weg vor mir habe.

  • Alfred - Geld und Internet

    Hallo Guru,
    gratuliere zu Deiner Einstellung. Wenn Du nur Besucher möchtest, die sich für Deinen Text interessieren solltest Du die Werbung komplett löschen. 🙂 Sie lenkt nur ab.
    Auch ich würde mich freuen, wenn meine Besucher, meinen Text lesen und danach auch auf die Werbung klicken. Aber leider ist mir dies bei Dir nicht gelungen. Sicherlich mein Fehler.
    Sonst hättest Du gesehen, dass sich mein Artikel durchaus kritisch mit diesem Thema auseinandersetzt. Leider ist es jedoch nach meiner Untersuchung so (http://www.geld-und-internet.com/geld-und-internet/geld-verdienen-im-internet-blogthemen/), dass erfolgreiche Blogthemen triviale Themen sind. Schäppchen, Fun, Promis usw.
    Wobei man, erfolgreich natürlich selbst definiere muss. Steht auch in meinem Blog.
    Grundsätzlich sollte man jedoch nicht sofort jemanden verurteilen, nur weil er anders denkt. Viele möchten halt Geld verdienen – am besten sehr viel.
    Übrigens, Deine Beobachtung von der Neidgesellschaft ist vollkommen richtig.

  • Alfred - Geld und Internet

    Nachtrag:
    Übrigens Dein Vote Link zu T3N geht nicht. Wollte für Dich voten.
    VG
    Alfred

  • Guru 2.0 Autor

    @Alfred:
    Doch der Link geht. Habe auf Vote geklickt und bin dort 😉
    Zu Deinem Artikel: Ich habe in sehr woll kritisch gesehen. Ich denke er sagt genau das was auch ich sage. Viele Blogger verbiegen sich nur um Umsätze und Leser zu generieren. Ich habe eben beschlossen mich nicht mehr zu verbiegen und will trotzdem ein wenig verdienen. Daher habe ich die Werbung auch gelassen. Weil Kaffees kriege ich im Jahr vielleicht 2 oder 3. 😉

  • Alfred - Geld und Internet

    Hallo Guru
    eventuell bin ich zu blöde. 🙂
    Bei mir kommt diese URL wenn ich auf den Link klicke.

    http://t3n.de/socialnews/submit.php?url=http%3A%2F%2Fwww.guru-30.info%2F2010%2F01%2F07%2Ffollowers-facebook-blog-co%2F

    Also submit URL

    ??

  • Guru 2.0 Autor

    @Alfred: eigenartig?

  • Daniel

    Habe es sogar geschafft, diesen super langen Artikel durch zu lesen.

    Ich dachte, dass das mit der Blogging Frequenz und den eigenen Themen sowieso klar sei.
    Ich schreibe nur das, was mich auch interessiert. Natürlich versucht man einen Schwerpunkt auf ein bestimmtes Thema zu lenken, um die eigene Zielgruppe ein bisschen zu definieren.
    Insgesamt finde ich es aber schon wichtig, immer das zu schreiben, was einen selbst interessiert.
    Das mit dem Geld verdienen ist zwar bei mir (noch) nicht, aber im Moment freue ich mich halt über Besucherzahlen, Feedabonnenten und, ja auch, Twitter Follower.

    Wenn es jetzt wieder mehr eigene Themen geben wird, kann ich deinen Blog ja auch wieder abonnieren. 😉

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