6 Gründe warum Designer codieren sollten - Guru 2.0
6 Gründe warum Designer codieren sollten

6 Gründe warum Designer codieren sollten

Internetfalle von freeday bei pixelio.de

Internetfalle von freeday bei pixelio.de

Der Post vom WebDesigner Depot [EN] ist fast ein Jahr alt, aber nicht minder aktuell. Daher dachte ich mir, ich übersetze in für euch und reichere ihn mit meinen eigenen Erfahrungen an.

Eigentlich ist es bei den “Kreativen” ja so, dass sie nicht mit SourceCode (außer grundlegendes HTML/CSS) zu tun haben wollen. Warum auch? Hauptsache das Design ist draussen und die Freaks und Codierschweinchen kümmern sich um die Umsetzung. Das wichtigste bei einer webSite ist ja das Design und nicht die Funktionalität. Oder doch nicht? Warum sollte man sich mit Codieren beschäftigen, wenn es doch so nett ist im PhotoShop auf dem MacPro zu arbeiten. Als Kreativer begibt man sich doch nicht in die Niederungen der Codierung/Programmierung. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Designer die codieren können, sind einfach besser! Warum das so ist? Lest einfach weiter.

1. Besseres XHTML

Ich selber arbeite immer wieder mit Agenturen zusammen um eine webSite zu erstellen. Die Bandbreite geht hier von “Auf meinem Bildschirm und am Ausdruck sieht das Design so aus, mach das gleiche für’s Web”, über grundlegende HTML-Kenntnisse (vielleicht mit ein wenig CSS angereichert), bis zu Basiswissen in HTML und CSS. Aber meistens werden die Design als pdf/psd/png-Datei geliefert. Ich bin schon glücklich, wenn irgendein PlugIn von PhotoShop eine rudimentäre html-Datei generiert hat und mir dies geliefert wird.

Aber all das ist weder Standard noch wirklich leicht umzusetzen. Jetzt denkt ihr zwar, warum soll ich mich mit Dingen wie PHP, JavaScript, mySQL, ASP.NET, Ruby, … beschäftigen? Dies ist auch nicht nötig, denn am Ende steht immer eine Ausgabe in HTML. Diese wird von fast allen Maschinen und Menschen im Web gesehen, die “echte” Programmierung bleibt verborgen. Und wenn diese Ausgabe nicht W3C-konform ist, kommt es entweder beim SEO-Profi zu Problemen, oder die Seite wird nicht immer richtig angezeigt, oder Suchmaschinen bewerten die Seite schlechter.

Und Warum können wir nicht irgendein PlugIn benutzen, um konformes HTML zu erzeugen? Ganz einfach: Diese PlugIns werden zwar immer besser, aber die menschliche Ideenvielfalt können sie trotzdem nicht abdecken. Daher ist es meistens besser, diese Codierung selbst zu erledigen. Es ist eigentlich gar keine Frage, denn jeder Designer, welcher konformes XHTML schreiben kann, ist eine Bereicherung und ein Gewinn für jedes WebTeam. Und der zweite Grund ist eigentlich auch einleuchtend. Je mehr Du über das Medium, mit dem Du arbeitest, weist, desto besser kannst du damit arbeiten!

2. Besseres SEO

Dem Schlagwort, vielleicht besser dem goldenen Kalb, “SEO” entkommen wir in unserer Branche ja nicht mehr. Alle tanzen rund um diesen Gott und huldigen ihm. Aber so unwichtig ist es natürlich nicht. Früher war es ein “Feature” für große Sites, aber heute sollte jede WebSite die Suchmaschinenoptimierung, wie SEO lang genannt wird, beherrschen. Wenn Du deinen eigenen Code schreiben und auch verstehen kannst, ist es für Dich einfacher. Denn jetzt kannst Du auch “SEO kompatibles Design” auf Deine Werbemittel schreiben. Ausserdem wird es Dir dein Kunde danken, denn er muss weniger Geld für die Programmierung ausgeben.

3. Bessere Benutzerbarkeit

Die Formel ist ganz einfach: Besserer Code + Besseres SEO = Bessere Benutzerbarkeit. Eine Aufgabe des Designers (sie wird nur leider allzu oft vergessen) ist die Präsentation von Information in einer klaren und stimmigen Art. Und damit ist nicht nur die optische Präsentation gemeint, hübsch alleine reicht nicht! Eine schlecht codierte Seite ist für Blinde ein Albtraum zum navigieren!
Wenn Du die Codierung beherrscht und noch dazu eine Ahnung hast, wie man für die Benutzbarkeit (besser Barrierfreiheit) codiert (schau Dir doch mal diesen Post zu HTML-Tags an), verstehst Du auch wie man barrierefreie Seiten layoutet.

Barrierefreies Design ist für alle Sites von Regierungen und Verwaltung, wie auch Ausbildungsinstituten Pflicht. Aber auch die vielen anderen Sitebereiber entdecken die Vorteile dieser Art von Layout für sich. Je mehr Leute mit einer webSite erreicht werden, desto eher wird das Ziel (was es auch immer ist) der webSite erreicht sein. So einfach ist das und genau das reflektiert ein erfolgreiches Design. Das interessant bei der Rücksichtnahme auf Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten ist, dass es die webSite nicht nur für diese Gruppe besser macht, sondern sich alle Besucher leichter tun.

4. Bessere Linkslastigkeit

Kreative arbeiten ja verstärkt mit der rechten Hirnhälfte und das ist natürlich großartig. Aber wenn Du auch Deiner linken Gehirnhälfte eine Chance zum Arbeiten gibst, kannst Du deinen Designfähigkeiten ein (legales) Doping verpassen. Ihr kennt ja alle das Motto von WordPress: Code is Poetry. Und das stimmt, denn aus einer geschriebenen (Programmier)Sprache etwas visuelles entstehen zu lassen, ist sicher eine Art von Kunst.

Wenn Du lernst Deinen eigenen Code zu schreiben, eröffnet es Dir eine Menge an neuen Wegen zum Ausdruck Deiner Kreativität. Sobald Du deine technischen und analytischen Fähigkeiten entwickelst, werden sich auch Dein Informationsdesign, Dein Scribble/Storyboard und auch Dein Design für Interaktivität in ungeahnte Höhen aufschwingen. Und vielleicht verbessern sich dadurch auch Deine Mathe-Kenntnisse ;-), wer weiss das schon?

5. Bessere Kommunikation

Wenn Techniker miteinander reden, bist Du oft auf verlorenem Posten. Genausogut könnten Sie auf Japanisch, Spanisch oder Esperanto reden? Sobald Du dich aber mit codieren/programmieren beschäftigst kann auch Du, wenn nicht mitreden, aber zumindest verstehen was da besprochen wird. Mit der Zeit wirst Du sogar selbst mitdiskutieren können und das ist Dein Ziel.

Den Jargon der Techniker zu sprechen, verbessert die Kommunikation im Team. Und Du kannst endlich gegenüber einem Techniker oder Projektmanager Dein Design verteidigen oder auch nur erklären wie es wirklich implementiert werden soll.

6. Besseres Design

Du kannst Dir die Grundlagen des Designs aneigenen. Es gibt soviele Themen, wie Typo, Farben, Darstellung, Komposition, Rastersysteme, und noch viele weitere, welche wichtig und interessant sind. Du sollst diese Dinge auch beherrschen und das nicht nur oberflächlich sondern wirklich exzellent, denn dies ist Dein Job als Designer. Aber auch die Werkzeuge solltest Du beherrschen. Maler lernen halt etwas über Pinselborsten und die verschiedenen Qualitäten, Leinwandarten oder Farbmischung. Und was machst Du? Denkst Du webDesign ist eine Ausnahme? Es reicht den kreativen Teil zu kennen, aber nicht die Technik dahinter? Dann liegst du falsch! Denn webDesign ist keine Ausnahme! Lerne zu codieren, es ist besser für Dich!

Und was gibt es noch?

Dazu eigentlich nichts mehr. Aber… habt Ihr euch schon mal am Arbeitsmarkt umgeschaut? Klar! Wenn ich mir die Stellenangebot, egal wo, ansehe, liegt es für mich klar auf der Hand. Die eindeutigen Spezialisten gibt/gab es in unserer Branche nicht mehr, oder sind zumindest nicht mehr gefragt. Vor 10 Jahren machte man im WebDesign alles: Vom Konzept, über das Design, die Photos bis zur Codierung, alles war bei einer Person. Dann entwickelten sich die Spezialisten und man arbeitet immer mehr im Team. Wobei Team eher als eine Gruppe von Menschen definiert war, welche nebeneinander her arbeiteten.

Dies hat der Arbeitsmarkt erkannt und will es nicht. Wenn Du heute als webEntwickler einen Job suchst musst Du die “heiligen Fünf” (HTML, CSS, JavaScript, PHP und mySQL) gut beherrschen und eine Ahnung von PhotoShop und Illustrator haben. Und bei den Kreativen ist es nicht anders. Hier musst Du wirklich PhotoShop und Illustrator auswendig kennen und zumindest HTML, CSS und JavaScript verwenden können. Wenn Du diese Anforderungen nicht erfüllst, stehst Du halt auf verlorenem Posten, in der Arbeitswelt.

Es wurden 3 Kommentare zu diesem Beitrag geschrieben.

  • Torsten

    Dein Fazit der Ganzheitlichkeit liest sich ja schon ganz löblich, jedoch ist es im professionellen Umfeld doch so, dass Webseiten von HTML generierenden Systemen, seien es nun CMS oder dedizierte Webanwendungen, ausgeliefert werden und das Know-How dieser ist nun wirklich nicht des Designers Baustelle, ebenso wie SEO weit über On-Site-Optimierung hinausgeht, so dass in meinen Augen letztendlich der Kommunikationsaspekt zwischen den jeweiligen (Vollzeit-)Spezialisten der ausschlaggebende Punkt ist. Und bei dieser Kommunikation sollte man eher den Techniker dazu animieren, sich so auszudrücken, dass ihn das Team versteht, anstatt seinen Jargon sprechen zu lernen. Letztendlich besteht ja auch Kommunikationsbedarf mit dem Kunden und wenn alle die gleiche Sprache sprechen, hat man von Anfang an viel gewonnen.

  • Guru 2.0 Autor

    @Torsten
    Die Kommunikation von Spezialisten ist schon wichtig. Aber warum muss der Techniker den Jargon des Kreativen lernen und nicht umgekehrt. Vielleicht wäre der Gedanke “Form Follows Function” schon mal ein Anfang. Und es schadet dem Kreativen nicht, zu wissen wie man sein Design auch umsetzen kann, ohne dass er es zu 100% kann. Dann wären viele Probleme gleich am Anfang behoben.
    Ein Designer wird sicher nie ein komplettes SEO hinkriegen, aber wenn er (genauso wie der Techiker) eine Ahnung davon hat und auf die Grundlagen Rücksicht nimmt, fällt es dem SEO-Spezialisten leichter seine Arbeit zu machen.
    Und so ist es wie immer: Jeder kocht sein Süppchen und will ja nichts vom anderen Bereich wissen. Denn der Andere wird es schon können. Wenn jeder der Spezialisten zumindest eine Grundahnung vom Anderen hätte, würde manches Design nicht direkt in der Hölle enden.

  • Dominik (elexpress.de)

    Hallo, ich persönlich habe jetzt noch keinen Designer kennen gelernt, der nur designen konnte. XHTML und CSS ist beim Webdesign meiner Meinung nach das Mindeste, was man als Designer können sollte. Zumal es ja gar nicht mal schwer ist…

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