14 Dinge die Du als webDesigner lernst, aber ingorierst - Guru 2.0
14 Dinge die Du als webDesigner lernst, aber ingorierst

14 Dinge die Du als webDesigner lernst, aber ingorierst

Der Artikel vom webDesign Blog hat mich jetzt seit ein paar Tagen beschäftigt. Auch mir sind da einige Dinge aufgefallen, aber ich werde sie ein anders formulieren und andere Schwerpunkte setzen. Natürlich halte ich mich ein wenig an dem Artikel an, aber meine Erfahrung zeigt auch andere Dinge auf.

  1. Profis planen mit Papier
    In der Ausbildung hast Du zwar gelernt, dass man ein Scribble erstellen soll/muss. Aber wenn Du wirklich arbeitest ignorierst Du das. Das erste was Du machst, ist PhotoShop öffnen und losarbeiten. Da baust Du die schönsten Effekte ein und baust aus Fachbüchern die irrsten Grafiken nach. Aber fertig wirst Du nie und eine stimmige webSite ergibt sich auch nicht. Warum? Du hast Dir keinen einfachen Leitfaden gescribbelt, der Dich bei der Stange hält!
  2. Projektmanagement ist nur für Techniker
    Du bist Designer und lässt Dich durch Planung auf keinen Fall in Deiner Kreativität behindern oder gar einschränken. Das würde aber ein Projektplan machen. Natürlich wirst Du die webVisitenkarte nicht mit einem kompletten Projektmanagement durchführen, aber ein kurzer Zeitplan ist schon sinnvoll und notwendig. Planung ist Aufwand und den zahlt Dir auch keiner. Aber Pünktlichkeit, saubere Arbeit und keine vergessenen Punkte, honoriert Dir dein Kunde entweder mit rascher Zahlung oder einer Weiterempfehlung.
  3. Form Follows Function
    Auch das hast Du gelernt. Ein gutes Design, ein gutes Layout unterstützt den Transport der Information. Aber was machst Du? Am Anfang versucht Du dein ganzes graphisches Wissen in die webSite zu packen. Sie sieht zwar super aus, ist aber überladen, braucht ewig um am Monitor zu erscheinen und die Information selbst tritt in den Hintergrund.
  4. Dein Kunde ist die Messlatte
    Dies ist einer der beliebtest Fehler am Anfang. Du machst es genau Deinem Kunden recht, ihm gefällt es und daher ist es gut. Dies ist aber genau der falsche Ansatz! Du musst für die Zielgruppe Deines Kunden designen. Wenn es der gefällt ist das Design gut. Denke immer daran: Wenn Dein Kunde gut verdient, verdienst auch Du. Und wie verdient der Kunde gut? Klar, wenn die webSite seine Kunden anspricht.
    Es ist Deine Aufgabe dem Kunden zu vermitteln, dass eine webSite ein Marketinginstrument ist und er sie für seine Kunden erstellt und nicht für sich selbst.
  5. Lass Dich ja nicht inspirieren
    Inspiration hat nichts mit Copy & Paste von Google & Co zu tun. Du glaubst Du weißt wie es geht und Du sprühst vor Ideen nur so über, aber die gängigen Trends ignorierst Du. Du bist nicht bereit Dich von anderen webSites, Prospekten, Plakaten, Flyern, Filmen oder Werbung inspirieren zu lassen. Einerseits verwendest Du alles was Dir in die Finger kommt (ohne Rücksicht auf den Urheber). Andererseits bist Du nicht bereit Dich von anderen webSites leiten zu lassen. Nein Du sollst nicht klauen, aber sich Ideen holen, was gerade am Markt und bei den Anwendern “in” ist und eingesetzt wird, ist keine Schande!
  6. Endlich ist das Lernen vorbei
    Gerade Anfänger glauben es nicht: WebDesign ist wie Radfahren! Wenn man nicht übt, verlernt man es oder man wird nicht besser. Du glaubst nach der Schule alles zu beherrschen? Das ist ganz und gar nicht der Fall. Der erste Auftrag ist abgeschlossen und Du bist natürlich von Deiner Leistung begeistert. Natürlich denkst Du, es geht so weiter, aber wenn Du dich nicht weiter entwickelst (technisch, graphisch und im Stil), geht es bald bergab mit Deinen Aufträgen.
  7. Pareto, das unbekannte Wesen
    Wer ist jetzt Pareto? Vielleicht hast Du den Namen noch nicht gehört, aber die 80:20-Regel kennst Du auf jeden Fall. Sie besagt, dass Du mit 20% Deiner Arbeit 80% an Leistung erbringst. Für die restlichen 20% Leistung musst Du auch die restlichen 80% an Arbeit(zeit) investieren. Und was hat das mit webDesign zu tun? Anfänger versuchen – aus verschiedenen Gründen – 150% Leistung zu erbringen. Du hast einfach noch nicht gelernt mit 80% zufrieden zu sein.
    Und da liegt ein großes Problem: Du wirst einfach nicht fertig, da der Pixel noch nicht richtig sitzt oder die Zeile noch nicht ganz perfekt umbricht. Du wirst es nie schaffen 100% zu erreichen und daher mit dem Projekt auch nicht fertig.
  8. Erfinde alles neu
    Du stehst am Anfang und hast kein Portfolio an Designs und Code aus dem Du schöpfen kannst? Dann muss man alles neu machen! Stimmt nicht! Du hast eigentlich gelernt, dass es viele Dinge schon fertig gibt und man sie verwenden kann. Aber das ist doch klauen und im 4. Punkt habe ich gesagt, das ist gar nicht nett? Nein, es ist nicht klauen, wenn Du fertige Bibliotheken wie ProtoType einsetzt. Auch die 317. Version der Lightbox muss nicht neu programmiert werden. Und ein fertiges Template zu nehmen und an die Kundenwünsche anzupassen ist auch nicht verboten. Du hast gelernt die Urheberrechte und Lizenzbedingungen zu beachten. Wenn Du auf diese aufpasst, hast Du einen unerschöpflichen Fundus an fertigen und zeitsparenden Ressourcen im Netz.
  9. Dein Computer ist die Messlatte
    Wenn alles auf Deinem Arbeitsgerät sauber funktioniert, dann ist es fehlerfrei! Genauso denkst Du, aber die verschiedenen Bildschirmauflösungen, Browser(versionen), Betriebssysteme und Schriften ignorierst Du. In der Ausbildung hast Du gelernt, dass man auf all diese Dinge Rücksicht nimmt und es auch vor der Auslieferung testet. Aber in der Praxis hast Du einfach keine Zeit und Du arbeitest ja perfekt und W3C-konform. Leider sind die Browser selbst nicht alle ganz konform und auch die Anwender haben nicht die neuesten Computer mit allen Schriften und einem 24″-Display.
  10. Reden ist Silber, Schreiben ist Gold
    Kaum ist die Abschlussprüfung vorbei, vergisst Du alles was Du gelernt hast! Du vertraust Deinem Kunden, klar, aber wenn es ums Geschäft geht, dann ist ein schriftlicher Auftrag besser. Du hast gelernt, dass Du ein Scribble und ein Lasten-/Pflichtenheft machen sollst. Aber in der Praxis vergisst Du vor lauter Design-Eifer auf diese Dinge. Warum sollte man soviel Papier beschreiben, Du hast ja mit dem Kunden besprochen was zu machen ist. Aber nach Wochen der Arbeit ändern sich oft die Vorstellungen und Du hast auf einmal ein Endlosprojekt, da Du nicht festgelegt hast, was zu machen ist und auch ein “Nein-Problem” hast.
  11. “Nein” ist ein schwieriges Wort
    Das passiert nicht nur Anfängern: Nein sagen musst Du üben. Der Kunde verlangt immer mehr und Du hast auch noch wie im 10. Punkt beschrieben gehandelt. Und Du kannst einfach nicht “Nein” sagen. Schon hast Du entweder ein Endlosprojekt oder einen sehr schlechten Stundenpreis am Hals. Gehe jeden Tag 15 Minuten spazieren und sage Dir das “Nein” vor, dann wird es sicher leichter.
  12. 10 Euro sind genug
    Das ist das – glaube ich – größte Problem bei Anfängern. Entweder sie schätzen den Stundenpreis und berechnen ihn nicht oder sie haben Angst den echten Preis zu sagen. Sonst kann ich mir nicht vorstellen, dass so viele Angebote im untersten Preissegment gemacht werden. Überleg einfach mal ganz nüchtern: Wie viel verrechnet der Automechaniker die Stunde oder was bezahlst Du für die Reparatur der Waschmaschine in der Stunde? Diese Leute sind sicher so gut ausgebildet wie Du, oder etwa nicht? Also warum können die den Preis verrechnen und Du nicht?
    Wie lange arbeitest Du an einer webSite 20, 40, 100 Stunden? Warum verrechnest Du deine investierte Zeit nicht? Weil der Kunde es nicht zahlt oder zahlen will! Dann musst Du wirklich ganz knapp kalkulieren. Aber unterhalb der Kostendeckung kannst Du nicht arbeiten. Irgendwie musst Du von Deiner Arbeitszeit leben und mehr als 24 Stunden pro Tag hast auch Du nicht zur Verfügung und am Ende vom Monat musst auch Du deine Rechnungen bezahlen können.
    Dein Kunde verrechnet für seine Arbeit/Leistung auch einen Preis von dem er Leben kann, also darfst Du das auch!
  13. Der Schuster hat die schlechtesten Schuhe
    und Du die schlechteste webSite. Mach endlich Deine Hausaufgaben! Präsentiere Dich und Deine Leistung im Web. Und das mit einer sauberen, gut gestalteten und funktionierenden webSite. Natürlich hast Du kein Geld, aber die EUR 50,– für einen eigenen webSpace und Domäne wirst Du schon haben. Nichts ist peinlicher wie ein webDesigner, welcher sich auf einem Free-Hoster mit unzähligen Werbebannern präsentiert oder mit einem Portfolio bei Flickr. All diese Dienste – wie Flickr, FaceBook, MySpace, … – sind nette Zusätze, aber Deine Seite ist Deine Persönlichkeit und Deine Werbung.
  14. Deine webSite ist uninteressant
    Zuerst soll ich eine machen und jetzt interessiert sie niemanden, was soll das? Auch Du wirst merken, dass die wenigsten Kunden über Deine webSite kommen. Die meisten wirst Du über Dein Netzwerk und Mundpropaganda erhalten. Was Du hast noch kein Netzwerk, keine Bekannten und Kunden die Dich empfehlen? Dann wird es Zeit daran zu arbeiten. Ohne ein gutes Beziehungsgeflecht wirst Du im webDesign-Geschäft nicht überleben oder mehr schlecht als recht von Deiner Arbeit leben können.
    Aber viele Kunden schauen sich Deine webSite an, auch wenn sie über eine Empfehlung zu Dir finden. Sie wollen einfach vor dem ersten Gespräch wissen wer Du bist und was Du kannst. Also präsentiere Dich gut im Netz, aber verwende nicht Deine ganze Arbeitszeit darauf! Versuche einfach zeitlos im Design zu sein, die wichtigsten Informationen anzubieten und bei Google gefunden zu werden.

Dies 14 Tipps, Gedanken und Anregungen sind natürlich meine ganz persönliche Meinung. Trotzdem fällt mir jedes Jahr nach den Abschlussprüfungen wieder auf, dass die meisten Starter im webDesign diese Probleme haben.

Tipp: Korrekturlesen ist nicht alles!

Lasse alle Texte, welche Du veröffentlichst, vorsichtshalber durch eine Rechtschreibprüfung laufen!

Es wurde ein Kommentar zu diesem Beitrag geschrieben.

  • Flo

    Gerade der Punkt “Stift+Papier” wird oft unterschätzt! Natürlich nervt es mich auch, aber es ist wirklich effektiv! Egal ob beim designen oder programmieren!

Blogheim.at Logo
Diese Website verwendet Cookies - nähere Informationen dazu finden Sie in unserer „Datenschutzerklärung“. Klicken Sie auf „Ich stimme zu“, um Cookies zu akzeptieren und unsere Webseite zu besuchen, oder klicken Sie auf „Cookie-Einstellungen“, um Ihre Cookies selbst zu verwalten.