23 Jun 2016
Was ich schon immer mal sagen wollte, Bild: microble.eu

Was ich schon immer mal sagen wollte, Bild: microble.eu

Vor kurzem hatte ich ein Gespräch über die Religion SEO und das geht mir absolut nicht mehr aus dem Kopf. Vor Jahren hatte ich mich schon ein Mal kritisch mit dem Thema auseinandergesetzt und jetzt kocht es wieder hoch. Warum reden alle immer von SEO und rennen diese Suchmaschinen hinter her? Warum redet keiner von den Bloggern über Content und seine Leser. Schreiben wir wirklich nur mehr für Google und Suchmaschinen?

Mach was du wolltest:
Schreib endlich für deine Leser und
nicht mehr vor den SEO-Gott!

Hör endlich mit diesem dämlichen SEO-Wahnsinn auf, er blockiert dich doch nur. Du findest ein Thema über das du schreiben willst und dann… Ja was dann? Dann kreisen alle deine Gedanken nur mehr um Keywords, Longtail-Keywords, SEO-Titel, welche Untertitel soll ich verwenden und welche Bilder wird Google mögen? Welche internen Links kann ich einbauen und welche externen Links soll ich unbedingt verwenden? Welche soll ich auf nofollow setzen und welche nicht? Welche HTML-Elemente soll ich verwenden und wie muss ich sie verschachteln? Ja und noch so viel mehr, was es braucht um einen Post bei Google gut zu platzieren. Glaub mir

Google zahlt dir nicht einen Cent!

Ja schon ein wenig vielleicht für die Anzeigen die du auf deinem Blog platziert hast. Aber sonst schon nichts mehr. Es ist Google vollkommen egal ob Du auf Seite 1 oder auf Seite 23 stehst. Daher pfeif endlich auf Google. Sobald du dich auf deinen Inhalt (in SEO: Content) konzentrierst wirst du höchst wahrscheinlich auch bei Suchmaschinen beliebt sein oder werden.

Du musst die richtigen Überschriften verwenden

Einsame Angel im Sonnenuntergang, Bild: microble.eu

Einsame Angel im Sonnenuntergang, Bild: microble.eu

Ach Mist! Du denkst doch nur daran, dass maximal ein h1-Element vorhanden sein darf. Dann muss das Schlüsselwort in h2-Elementen vorkommen und vergiss nicht ein zwei h3-Elemente sollten auch noch eingebaut werden. Und zwischen den Überschriften müssen mindestens 300 Wörter stehen, aber ja nicht mehr als 400. Dann mag es Google. Ach ja und vergiss nicht eines der entscheidenden Schlüsselwörter in den Post-Titel einzubauen.

Ein wenig Sarkasmus darf schon sein, aber verwende eines der 25 Wörter für bessere Überschriften. Erst dann werden deine Artikel angeklickt. So ein Mist! Vielleicht klappt es ein oder zwei Mal, aber dann bist du am besten Weg typische Clickbaits zu erzeugen. Ich sage jetzt nicht, dass du es nicht machen sollst, aber wieso schreibst Du nicht deinen Titel wie du es magst und wie du ihn gerne lesen würdest?

Aber am schlimmsten empfinde ich die fast religiöse, oft schon fanatisch geführte Diskussion über die Abfolge von h#-Elementen. Verdammt noch mal! Halte dich einfach an den W3C-Standard und den gesunden Menschenverstand. Du warst doch mal in der Schule, da hast du doch gelernt wie man Überschriften verwendet und damit Texte strukturiert.

Google hat keinen eigenen Standard!

Wenn du es so machst wird es sicher klappen.

HTML-Elemente sind nichts technisches

Ach verdammt, hör doch auf die h#-Elemente wie Götzen anzubeten. Es ist vollkommen egal, wie viele h1, h2, h3-Elemente du auf deiner Seite verwendest. Ja ist es wirklich, es wird erst gefährlich wenn du sie nicht richtig verschachtelst. Also wenn du einen h2 als erstes verwendest und danach einen h1 und dann noch einen h1 und dann gleich mal einen h3, ja dann wird der Leser und auch Google dich nicht sehr schätzen.

John Mueller (Google) auf Twitter über das Verwenden der h1-Elemente

John Mueller (Google) auf Twitter über das Verwenden der h1-Elemente

Verwende die Elemente wie sie vom W3C vorgesehen sind. Also das Thema des Posts ist eine h1-Überschrift. Dann schreibst du eine Einleitung, also eine kurze Zusammenfassung was dein Leser erwartet. Und dann kommen die h2-Überschriften. Die stellen immer ein Unterthema dar, das du dann behandelst. Und jeder Gedanke ist innerhalb dieses Bereichs ein Absatz. So hast du eine gute Struktur aufgebaut. Und diese wird dein Leser verstehen und Google lieben.

Überschriften geben deinen Text die Struktur!

SEO ist doch wichtig

Was jetzt! Zuerst schimpfst du so und jetzt ist es doch wieder wichtig? Ja optimiere deinen Content mit klaren Strukturen im Inhalt aber auch mit den HTML-Elementen. Verwende eben die Überschriften richtig und auch Kursiv und Fett sind Strukturelemente. Und wenn du wie ich mehr technische Posts hast sind pre und code auch wichtig. Und für alle Blogs sind cite und blockquote gute Sturkturelemente und vergiss doch nicht auf die Aufzählungslisten wie ul und ol. Also gib deinen Lesern ein passendes Gerüst aus diesen Elementen. Wir nennen sie auch semantische Elemente, denn sie geben dem Text ein Bedeutung. Zum Beispiel wird ein fett geschriebener Text wichtiger sein, oder ein Zitat ist mit blockquote eindeutig (für Mensch und Maschine) als solches, zu erkennen.

Und dann ist noch die Optimierung des Contents. Schreibe klar und mit einem roten Faden, also einen Inhalt dem man folgen kann und den man gerne liest. Gib ein gute Einleitung, baue Höhepunkte in deinen Post ein und führe deine Leser von Überschrift zu Überschrift, wie bei einer guten Wegbeschreibung von A nach B.

Schreibe hervorragenden Content,
für eine treue Lesergemeinde!

Die beiden Punkte sind vielleicht das wichtigste und beste was du an SEO machen kannst. Es ist sozusagen eine gute Basis, welche du für die Suchmaschinen, aber hauptsächlich für deine Leser schaffst. Alle weiteren Optimierungen im technischen Bereich, quetschen vielleicht noch ein oder zwei Prozentpunkte aus den möglichen Besuchern oder Rankings heraus, aber sie sind sicher nicht der wichtigste Part, sondern maximal eine leichte Unterstützung.

Social Media ist der Lieferant für Traffic und kein anderer

Ja ganz sicher es ist nicht irgendeine Suchmaschine und es stimmt wirklich! Denk doch mal wirklich nach:

  1. Du schreibst einen deutschsprachigen Blog.
  2. Du schreibst zu einem bestimmten Thema, sagen wir mal Beauty-Tips.
  3. Du hast schon eine kleine Anzahl an Leserinnen, so ca. 200 pro Tag.

Du kannst also rund 100 Millionen erreichen, denn die verstehen dich. Davon sind aber nur 51% Frauen, also 51 Millionen. Jetzt ist aber nur die Gruppe der 15 bis 35-jährigen interessant, dass sind dann etwa 20% der Gruppe, also bleiben noch  gut 10 Millionen mögliche Leserinnen übrig. Das wäre ja ein Wahnsinn, oder? Ja aber jetzt bleiben dir davon sicher nur 10% als rund 1 Million Leserinnen, weil ein Teil interessiert sich nicht für das Thema, ein Teil mag dich nicht, andere haben kein Geld, oder, oder, oder.

Dein Hauptlieferant ist Facebook!

Und wie viele werden genau einen passenden Suchbegriff, an einem bestimmten Tag bei Google eingeben und dann genau deinen Blog klicken? 10, 100 oder 1.000 ist eigentlich egal, es werden nie sehr viele sein. Aber bei Facebook sieht das anders aus.

Denn deine Leser werden es honorieren, wenn du für sie schreibst. Sie merken es und werden es dir danken. Sie werden deine Posts aufmerksam lesen und kommentieren. Aber noch besser sie werden die Posts auf Facebook teilen und dann wird das ganze erst interessant. Denn jetzt können hunderte und tausende auf deinen Blog. Du kennst es wenn ein Post in Facebook weitergereicht, geteilt, also viral wird. Der bringt dir dann Traffic und Leser ohne Ende.

Google schreibt keine Kommentare!
Aber Menschen die auf deinen Beitrag kommen!

Also schreib eine hervorragende Einleitung, welche die Facebook-Nutzer Lust auf mehr macht und dann werden sie auch deinen Beitrag teilen.

Warum nicht Twitter oder Instagram?

Die beiden Dienste sind eigentlich auch interessant, aber sie sind sicher kein Hauptlieferant für neue oder beständige Leser. Die beiden sind einfach sehr schnell und deine Nachrichten verschwinden wieder sehr schnell. Dadurch ist es ein mehr oder weniger ein Zufall oder du hast genau den Zeitpunkt getroffen, wenn ein Tweet durch die Decke geht. Du sollst es jetzt aber nicht sofort lassen, sondern die Kanäle weiter bedienen, denn jeder Leser der zu Dir kommt ist wichtig und gut. Aber es sind eben nicht die wichtigsten Kanäle.

Was ist den mit Pinterest?

Wenn du viel mit Fotos oder Zeichnungen arbeitest, kann Pinterest sehr gut sein. Zum Beispiel bei der Tagesrandbemerkung ist Pinterest ein guter Trafficbringer. Es steht sogar direkt hinter Facebook. Aber die Seite lebt einfach von Fotos und daher ist Pinterest ein perfektes Tool, denn auch das lebt von Fotos.

Traust du dich?
Lass dich verführen!

Ein Augenblick in der Sonne, Bild: microble.eu

Ein Augenblick in der Sonne, Bild: microble.eu

Zu einem kleinen Experiment, vergiss mal den ganzen SEO-Kram und

optimiere deine Posts eine Zeit lang für deine Leser!

Das geht mit ein paar Tipps eigentlich einfach

  1. Begeistere deine LeserInnen
    Löse ein Problem mit deinem Post und geh in die Tiefe. Behandle das ausgesuchte Theme umfassend und gib mit Links noch weitere Hinweise. Und gib etwas von dir preis. Leser wollen keinen anonymen Maschinen, sie wollen Typen wie dich! Sie wollen deinen Blog verlassen, aber zufrieden und mit dem Wissen keine Zeit vergeudet zu haben
  2. Schreib richtig tolle Überschriften
    Überlege dir jede Überschrift genau. Sie ist das Konzentrat deines Posts und es ist der erste Blick mit dem sich deine Leser in den Post verlieben müssen. Investiere viel Zeit in deine Überschrift und feile daran.
  3. Schreib ausführlich
    Nicht in der Kürze liegt die Würze, sondern für deine Leser ist der Inhalt wichtig. Schreibe einmal wirklich lange Texte. Es sollen mindestens 1.000 Wörter besser noch 2.000 oder 3.000 Wörter sein. Denn dann hast du das Thema wirklich aus jeden Blickwinkel betrachtet und behandelt. Deine Leser wollen gut informiert sein, also erfülle ihnen den Wunsch. Und gib ihnen Links zu anderen Posts oder Webseiten, damit sie sich noch weiter informieren können. Denn so werden sie dich als Experten schätzen lernen und wiederbekommen. Und als kleines Sahnehäubchen darauf, werden sie dich empfehlen anfangen und deinen Post und Blog in den sozialen Netzwerken verteilen.
  4. Die Zusammenfassung ist das Beste
    Und genau das soll es auch bei deinen Posts werden. Ganz am Anfang die Einleitung ist fast der wichtigste Teil des Posts. Denn mit der Überschrift hast du deine Leser interessiert gemacht und jetzt lesen sie meistens den ersten Absatz und wenn der interessant ist lesen sie weiter. Also investiere viel Zeit in diesen Teaser, in den Auszug deines Posts. Denn dann werden die Leser auf deinem Blog bleiben und weiterlesen.
  5. Her mit den Bildern
    Und vergiss nicht deinen Text aufzulockern. Gib deinen Lesern etwas zum anschauen. Auch du magst gerne schöne Bilder und genauso deine Leser. Also lockere deinen langen, deinen sehr ausführlichen Text mit Bildern auf.

Es wäre doch ein interessantes Experiment, oder nicht? Und noch interessanter wäre es, wenn wir hier uns wieder treffen und über die Erfahrungen berichten. Spring doch auf den Zug des hervorragenden Contents auf und berichte in den Kommentaren zu diesem Post wie es dir damit ergangen ist.

Und da war noch…

Geh in deinem Tun auf, Bild: microble.eu

Geh in deinem Tun auf, Bild: microble.eu

nichts mehr! Vielleicht traust du dich, endlich mal von diesem technischen SEO die Finger zu lassen und wieder für deine LeserInnen zu schreiben. Wenn Du die fünf Tipps beachtest kann es klappen. Ich habe es auch probiert und mache es so oft es geht und die Besucherzahlen geben mir recht. Sie sind zwar nicht der Gott dem nachrenne, aber es interessiert mich ob ich gelesen werde. Und SEO-optimierte Posts werden weniger gelesen und Posts mit Clickbait-Überschriften fallen eigentlich fast immer durch. Aber ausführlicher, tiefgehender Content kommt immer gut an.

Und Du?

Ich freue mich über jeden Kommentar. Schreib ruhig wenn Du eine Frage oder einen Tipp hast. Ich habe auch eine Frage: Hat dir dieser Post genützt und war er ausführlich genug. Oder habe ich zu kurz geschrieben, etwas nicht bedacht. Trau dich und schreib mir eine Antwort in den Kommentaren.

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7 Kommentare
  1. Sbk-Studio says:

    Angenommen „alle“ Unternehmen liefern perfekten Content.
    Wie unterscheidet Google dann? Richtig mit Links!

    „Guter, einzigartiger und relevanter Content, eine saubere On-Page-Optimierung und eine hochwertige, aber natürlich gewachsene und somit ehrliche Off-Page-Struktur.“ <- Das ist keine SEO-Strategie!

  2. Guru 2.0 says:

    Angenommen wir leben in einer idealen Welt….
    Dem ist aber nicht so.

    Und da ist es wieder: Was macht Google?
    Google macht eines, es sortiert Webseiten nach Inhalt und sonst nichts.

    Warum fragst du nicht: Was macht dann der User?

  3. Anne says:

    Muss es immer so ein schwarzweißes Entweder-Oder sein?
    Abgesehen davon, dass die Algorithmen beständig verbessert werden, um möglichst das bewerten zu können, was auch für menschliche Leser relevant ist – ein Blog, der theoretisch gut rankt, die User aber nicht hält *, nützt dir genauso wenig wie großartiger Content, den schlicht keiner findet.

    * Okay, auch eine kurze Verweildauer plus hohe Absprungrate fließt ja in das Google-Ranking ein, auf Dauer würde es also schwer, mit miserablem Content hoch zu ranken.

    Eine Kombination aus beidem zahlt sich imho mittel- und langfristig am besten aus.

    • Guru 2.0 says:

      Hallo Anne!
      Ist mein Post wirklich so schwarz/weiß? Oder ist es nicht so, dass ich schreibe mach guten Content, strukturieren ihn für deine LeserInnen und pass ein wenig auf die Keywords auf. Wenn du das machst wirst du bei Suchmaschinen sicher gefunden.

  4. Anita says:

    Hallo Clemens 🙂 Für mich ein großartiger und wertvoller Beitrag. DANKE! Ich blogge zwar schon seit 1,5 Jahren, habe aber immer nur „drauflosgeschrieben“ und wusste bis vor kurzer Zeit nicht mal was von SEO-Plugins und H1-H2-Strukturierungen… Dementsprechend schauen auch meine älteren Posts auch aus *gg*. Ich werde mir zukünftig vor allem deine Tipps in puncto Facebook zu Herzen nehmen, habe das bis jetzt zu sehr vernachlässigt und mich zu viel auf Insta konzentriert – aber ich gebe dir Recht: Instagram bringt keine Leser, nur Gucker 😉 Liebe Grüße, Anita

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  1. […] SEO hin oder SEO her… Egal, denn wir sollen auf jeden Fall so viel als möglich machen um Google zu gefallen. Daher ist es sinnvoll wenn du dein Theme mit strukturierten Daten für die Suchmaschine ergänzt. Aber fangen wir am Anfang an: Warum sollten wir uns dieses Getue mit den strukturierten Daten überhaupt antun? […]

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