Wieviel darf ein Projekt kosten?
Ich möchte jetzt nicht wieder die Diskussion über Stundensätze, Projektkosten und “Geiz ist Geil!” losbrechen. Denn die hatten/haben wir schon zur genüge. Wir wissen alle, dass es WebWorker gibt die mit einem Stundenpreis von 10,– überleben können. Wie sie das machen ist mir persönlich rätselhaft, aber es wird schon irgendwie gehen.
Ausserdem wissen wir ja alle, dass wir zuwenig verrechnen und das noch nicht bezahlt werden wird. Wahrscheinlich haben wir hier gleich wieder die Diskussion:
60,– Stundensatz sind ein Wahnsinn, dass zahlt doch keiner!
Dann ist es halt so! Ich frage mich dann nur, warum das beim Automechaniker, Waschmaschinen-Techniker, Physio-Therapeuten oder wem auch immer anstandslos bezahlt wird. Können wir WebWorker weniger? Ist unsere Ausbildung nichts wert? Oder arbeiten in diesem Bereich nur Menschen, welche einen Computer einschalten können und ein fertiges Hosting-Paket mit vorgefertigtem Design erstellen können?
Für alle anderen, die wirklich von ihrer Arbeit leben wollen, habe ich ja den Stundenrechner programmiert. Damit kannst Du dir einen realistischen Stundenpreis ausrechnen. Aber wie sieht es jetzt mit einem ganzen Projekt aus. Da habe ich einen Hinweise beim PixelGangster gefunden.
Bei Grafiker – Dem Netzwerk für Kreative gibt es seit neuestem einen Projektrechner. Dort kannst Du dir auf Basis deines Stundensatzes und der Art des Projektes einfach den Endpreis berechnen lassen. Ich habe mich ein wenig mit dem Ding gespielt und war überrascht, dass ich fast immer zwischen 20% und 30% zu wenig berechne. Probiert es selbst aus und ihr habt eine gute Richtlinie für die Preise, welche ihr verlangen könnt/sollt.
Aber als kleine Ergänzung möchte ich euch noch den Projektkalkulator der Wirtschaftskammer Österreich ans Herz legen. Auch hier könnt ihr in 4 einfachen Schritten ein Projekt durchrechnen. Ist auch ganz praktisch. Aber zuätzlich wird am Ende auch eine fertige Kalkulation als pdf-Datei erstellt. Durch diese pdf-Kalkulation sieht das ganze schon viel professioneller aus. Zusätzlich hast Du beim Kunden vielleicht weniger Preisverhandlung, da die Preise über ein offizielles Tool der Wirtschaftskammer ermittelt wurden.
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Es existieren drei Antworten zu diesem Post
schrieb am 16. 4. 2011 um etwa 10 Uhr:Also leider hat bisher noch keiner kommentiert. Ich bin ja selber kein Profi im Gebiet der Programmierung und habe deshalb bei uns auf dem Lande kleinen Firmen eine vernünftige Informationsquelle im Internet für Kunden schaffen können. Oft benötigen diese einfach keine absolut grafisch aufwendige Seite und sieht vielleicht dadurch für Vielsurfer und junge Menschen nicht immer "attraktiv" aus, das wollen die Firmen auch gar nicht. Sie soll ihren Zweck erfüllen und informieren. Natürlich kam auch hier immer wieder die Preisfrage zustande. Dadurch, dass man die Kunden oftmals auch persönlich kannte, hat man einen "Freundschaftspreis" gemacht. Klar, dass das aber nicht immer geht. Mir fällt da einfach auf, dass Kunden solche Arbeit nicht bezahlen, weil sie der Ansicht sind, es wäre nur bissl Text und Grafik, schaffen es aber nicht selber, kann aber auch nicht sooo teuer sein. Falsch gedacht. Gleiches gilt z.B. im Handwerk. Ich als Elektroniker bin da häufiger mal auf Kunden gestoßen, die kleinere Arbeiten nicht bezahlen wollten, weil sie einfach nicht sehen konnten was man gemacht hat und könnte alles ja nicht so teuer sein. Viel Text vielleicht umständlich geschrieben, aber, denke du verstehst was ich sagen wollte und verstehe auch deinen Text. Danke für die Tooltipps.
schrieb am 18. 4. 2011 um etwa 19 Uhr:Super Beiterag, vielecht fehlt dir noch der http://www.webkalkulator.com eine interesante möglichkeit um webprojekte zu kalkulieren. Danke
schrieb am 14. 5. 2011 um etwa 14 Uhr:@Daniel Klar passt du deine Preise der entsprechenden "Kundengruppe" etwas an. Wenn ich zum KFZ-Mechaniker meines vertrauens geh, dann stell ich dem nen Kasten Bier hin und fertig ist der Ölwechsel. Das mach ich anderst rum genauso. Nur berechnet er dem Herrn "Müller Malerservice" mit seinen 20 Jahre alten Mercedes Bus auch nicht weniger als dem Bankvorstand der mit seiner E-Klasse zum Kundendienst vorfährt. Als Designer bzw. Grafiker soll man sich aber immer möglichst stark verbiegen und seine Preise anpassen. Der KFZler sagt: Haste kein kein Geld, grigste kein TÜV! Wir sagen: Haste kein Geld, geh ich halt soweit runter bis du trotzdem ne Internetseite bekommst. Kanns doch wohl auch nicht sein?!