Profis planen mit Papier? (!!)

21 Mai
21. Mai 2010

Das ich ein wenig schräg bin, wissen ja die meisten von euch schon. Aber was soll diese Überschrift jetzt?

Gerade das Thema brennt mir immer wieder auf den Nägeln. Denn durch die Kommentare zu meiner Buchempfehlung bin ich wieder mal mit der Nase darauf gestossen worden, dass man sehr leicht einen “Religionskrieg” entfachen kann. Und auch mit diesem Thema wird es wahrscheinlich so sein. Denn ich bin der Meinung, dass man ein ordentliches Design nicht am Computer hinklebt, sondern sich zuerst Gedanken machen muss und wo geht das besser als mit Papier?

Gerade im Unterricht entdecke ich bei den Aufgabenstellungen immer wieder den gleichen Arbeitsablauf:

1. Aufgabe erhalten
2. Computer einschalten
3. Ein wenig herumprobieren
4. Jetzt ist es “schön”
5. Fertig!

Beispiel für ein Scribble

Beispiel für ein Scribble

Aber meiner Meinung nach sollte es so nicht laufen. Eigentlich sollte man sein Skizzenbuch herausholen, verschiedene Entwürfe zeichnen und den passenden dann umsetzen (oder vielleicht davor noch ein StoryBook anfertigen). Nur so kann man bei der Stange bleiben und wirklich umsetzen was man sich gedacht hat.

Als Beweis findet ihr bei WebDesign Leder [EN] eindrucksvolle Beispiele wie so etwas aussehen kann.

Also diese Scribbles sind doch sicher nicht so einfach zu machen? Das ist schon richtig, aber man kann sich ja auch Gittermodelle beschränken (wie man sieht) und die Farben weglassen. Die schafft man am Computer sicher besser und genauer.
Aber wie ich immer sage: “Kreativität kommt nicht aus dem Computer, sondern vom Menschen.” Daher ist es dann sicher nicht so schwer.

Zusätzlich lasse ich euch nicht mit einem leeren Blatt Papier alleine. Nein! Bei Geekchix [EN] habe ich eine Unzahl von Vorlagen für Scribbles gefunden. Wer sich die Druckkosten für die dort vorhandenen pdf-Vorlagen (zum Beispiel mit vorgefertigtem Raster) sparen will, kann sich auch vorgefertigte Skizzenbücher bestellen. Und nun bin ich auch noch auf den PaperBrowser [EN] bei RainCreativeLab gestossen. Auch hier gibt es einige pdfs als Vorlagen. Das besondere ist die bereits vorhandene Einteilung in Raster und auch die angezeichneten gängigen Bildschirmauflösungen.

Es gibt also keinen Grund mehr, kein Scribble anzufertigen. Außerdem beeindruckt es eure Kunden, wenn ihr ein Scribble oder Modell der webSite präsentieren könnt. Es ist halt auch in unserer Branche so, dass klappern zum Handwerk gehört.

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5 Kommentare
  1. nesQuick says:

    Sehr schöner Artikel, aber ich denke man kann WireFrames auch sehr schön am Computer machen. Denn es soll menschen geben die mit einem Bleistift keine grade Linie hinbekommen.

    *klugscheiß ON*
    Dinge brennen UNTER den Nägeln ;)
    *klugscheiß OFF*

    • Guru 2.0 says:

      Vielleicht sollte man einfach einen geraden Strich üben ;-) Aber trotzdem sind “Scribble-Applikationen” nicht zu verteufeln. Jedem halt das Seine, solange die grundlegende Planung stimmt.

      P.S.: Zur Redewendung ein intessanter Link

  2. nesQuick says:

    Warning: mysql_numrows(): supplied argument is not a valid MySQL result resource in /is/htdocs/13926/www.udem.de/redensarten/suchbedingung.func on line 99

    Suchergebnis für “etwas brennt jemandem auf / unter den Naegeln”
    Keinen Eintrag gefunden

    *lol*

  3. Klaus says:

    Warum sollten Profis nur mit Papier planen?

    Ich bin kein “mit weißem Blatt Papier und Bleistift”-Planer. Das halte ich persönlich für eine romantisierende Legende, um den Kreativnimbus der Grafiker ins Wolkige anzuheben.

    Meine Wirklichkeit ist da irgendwie…äh…frontendmäßiger oder praktischer:
    Zeichnen kann ich nicht aber geplant wird trotzdem.
    Erst mal eine längere Besprechung in der ein pot. Kunde ein Haufen Fragen gestellt bekommt.
    Daraus ergibt sich meist schon wie der Hase laufen soll (Naviarchitektur, ungefähre Farben, etc).

    Dann bekomme ich den Text für Startseite und/oder erstelle/korrigiere denselben.
    Die index wird erstellt.

    Dann und erst dann greife ich zu Papier, Stift und Lineal (damit gibts gerade Linie ohne das lästige Üben) um ggf. etwas zu skizzieren.

    Kommt da nix Zündendes bei rum schaue ich mir einen Haufen Templates an und lass alles mind. 24 Std. ruhen.

    Danach klappt es meistens, oft auch ohne Papier und Bleistift.
    Eher ein langsames von “Aussen nach Innen” verfeinern mit Photoshopgewurschtel und CSS auffüllen. :)

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