Bringen Sie Ihrer Website eine Fremdsprache bei
Gastbeitrag von lingo24!
Derzeit ist wohl englisch die dominierende Online-Sprache, doch dies kann sich schnell ändern – in diesem Moment sind über eine Milliarde Menschen online, deren Muttersprache nicht englisch ist. Gemäß Internetworldstats.com gibt es 478 Millionen englischsprachige Internetnutzer, dicht gefolgt von 384 Millionen Nutzern mit Muttersprache chinesisch und 137 Millionen mit Muttersprache spanisch. Japanisch, französisch, portugiesisch, deutsch, arabisch, russisch und koreanisch bilden die weiteren der zehn häufigsten Online-Sprachen.
Wenn man dies und gleichenfalls die Tatsache berücksichtigt, dass über die Hälfte aller Online-Konsumenten ausschließlich etwas von Websites in ihrer Sprache kaufen, so versteht man genau, warum es so eine gute Idee ist, seine eigene Website multilingual anzubieten. Jeder Betrieb kann mithilfe von lediglich einem Computer, einer Internetverbindung und ein bisschen Marketingarbeit weltweit agieren; im Folgenden finden Sie einige wertvolle Tipps, wie Sie Ihre Online-Präsenz erfolgreich multilingual and international gestalten können.
Bei der Überlegung, Ihr Online-Angebot auf fremdsprachliche Märkte zu erweitern, spielt insbesondere die Identifikation eine Rolle, welche Märkte Sie im Bezug auf Standort und Sprache erreichen wollen und sodann lokalisierte Sites zu entwickeln, die die individuellen Märkte ansprechen. Es mag zum Beispiel verlockend sein, nur eine Site auf spanisch für alle spanisch Sprechenden Südamerikas bis Europas zu errichten, jedoch birgt dieser Ansatz einige Probleme. In erster Linie entsteht hier die Problematik verschiedener Dialekte – innerhalb spanischsprachigen Ländern bestehen große Unterschiede hinsichtlich des Stils und der Ausdrucksweise. Allein in Spanien werden die Sprachen spanisch, katalanisch, baskisch, galizisch und aranesisch innerhalb der Grenzen eines Landes gesprochen.
Online-Konsumenten sind schlau und können in der Regel einen Lügner aus weiter Entfernung enttarnen – wenn Sie auf Ihrer Site vorgeben, eine sichere und verlässliche Dienstleistung anzubieten, die Sprache jedoch Ungenauigkeiten und sprachlich unübliche Phrasen aufweist, werden diese umgehend Ihre Site verlassen. Abgesehen von den sprachlichen Unterschieden existiert weiterhin die Problematik kultureller Unterschiede zwischen Ländern sowie Unterschiede im Konsumentenverhalten – Ihr durchschnittlicher Online-Käufer aus Mexiko-City wird über ein gänzlich anderes Profil als Ihr Durchschnitts-Käufer aus Madrid verfügen.
Zuletzt müssen zudem die Online-Zugangsmöglichkeiten sowie die Internetgeschwindigkeit berücksichtigt werden – zwar soll sich Ihre Seite gut laden lassen, zudem aber Ihre potentiellen Kunden ansprechen können. Während also Ihre standortspezifische Site für ein Land mit hoch entwickelter Breitbandverbindung, wie zum Beispiel Deutschland, mit ein paar ausgefallenen Flash-Inhalten bestückt werden kann, so benötigt Ihre Site für ein Land mit noch ausbaufähigen Internetstrukturen, wie zum Beispiel Libanon, für Ladezeiten unter einer Stunde eine ziemlich schlichte Ausstattung.
Die entscheidende Regel für multilinguale Websites besteht in der Einrichtung lokalisierter Top Level Domains (TLDs) für jeden spezifischen Zielmarkt, unter Berücksichtigung der Sprache, Kultur, des Konsumentenverhaltens und des bevorzugten Webdesign-Stils für jeden individuellen Markt. Studien haben bestätigt, dass der kulturelle Hintergrund in der Tat Auswirkungen auf die Art und Weise haben, wie Menschen Informationen verarbeiten. Menschen aus den so genannten „High-Context-Kulturen”, (asiatische Länder, der Mittlere Osten etc.) sprachen dem Kontext oder dem Hintergrund eines Bildes oder einer Website mehr Bedeutung zu, während Menschen der „Low-Context-Kulturen“ (Deutschland, Skandinavien) den Fokus auf den eigentlichen Text selbst, oder auf die zentralen Eigenschaften eines Bildes lagen. Dies verdeutlicht, dass Sie Ihr Website-Design im Hinblick auf Stil und Kontext an die lokalisierten TLDs anpassen, gleichzeitig aber eine einheitliche Markenpolitik beibehalten sollten.
Nach dem fertig gestellten Design der standortspezifischen TLDs sowie der Übersetzung und Korrektur Ihrer Site durch professionelle Übersetzer, die in die eigene Sprache übersetzen, ist im nächsten Schritt sicherzustellen, dass die Site Besucher anzieht. Einer der Vorteile besteht darin, dass Schlagwörter von Suchmaschinenoptimierungen (SMO) auf nicht englischsprachigen Websites in weitaus geringerer Dichte auftreten, daher ist es deutlich einfacher, in nicht-englischen Suchmaschinen höher gelistet zu werden. Bei der hierbei anzuwendenden grundlegenden Strategie lokalisieren Sie erneut Ihre Schlagwörter für Ihre Website sowie Ihre Pay-Per-Click (PPC) Werbekampagnen. Üblicherweise stellt die direkte englische Übersetzung eines Suchbegriffes nicht die beliebteste dar – ein wenig Recherche anhand eines Suchinstrumentes für Schlagwörter wie Google Keywords wird aber die am meisten verwendeten Schlagwörter jeder Region hervorbringen.
Zu allerletzt ist es zudem entscheidend, dass Sie Ihre Bemühungen auf die beliebteste Suchmaschine Ihrer Zielregion konzentrieren – Google mag zwar in den USA und dem Vereinigten Königreich vorherrschen, Yahoo ist jedoch Spitzenreiter in Japan und Baidu stellt die populärste Suchmaschine in chinesischer Sprache dar.
Wenn Sie bei jedem Aspekt Ihres Website-Designs, der Ausführungen der Site, der Inhalte und Online-Marketing-Strategien stets den lokalen Gedanken mit einbeziehen, können Sie die höchst mögliche Rendite Ihrer weltweiten Online-Investitionen sicherstellen.
Über den Autor
Christian Arno ist der Gründer des internationalen Übersetzungsunternehmens Lingo24, den Spezialisten für Website-Lokalisierung. Lingo24 beschäftigt 120 Vollzeitmitarbeiter auf drei Kontinenten und ist für Kunden in über 60 Ländern tätig.
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